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Full text: Im Warthebruch

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Speisesaal zeigt reichen Bilderschmuck. Komture und 
Herrenmeister, sowie ein altdeutsches Gemälde auf Goldgrund 
-Johannes in der Wüste“ und auf der Rückseite die ,,Ent 
hauptung des Johannes“ darstellend. 
Mehr bietet der dreischiffige gotische Bau der Ordens- 
kirche. 1475 errichtet und anfangs dieses Jahrhunderts mit 
einem spitzenlosen Turm versehen, enthält das Innere einen 
sehenswerten vergoldeten Renaissancealtar mit neutestament- 
lichen, besonders Passionsdarstellungen in Alabaster, die 
Bronze-Büste des letzten Heermeisters des alten Ordens 
Prinz Auuust Ferdinand von Preussen gegenüber der 
schwarzen Marmorkanzel, ausserdem r nocli Gips- und Marmor 
büsten. sowie Grabsteine. Einen eigenartigen Kirchenschmuck 
bilden gegen 800 farbige Wappen aus über 300 Familien 
der dem Johanniterorden angehörigen Ritter. 
Nicht Glanz und Pracht tragen Schloss und Ordens 
kirche in Sonnenburg zur Schau, sondern nur den Schmuck 
historischer Erinnerung und humanen Ordenswirkens. 
Auf der guten, aber einförmig durch unabsehbare 
Wiesenflächen des in der Mündungsgegend der Wartlie 
fast unwegsamen Bruchs ziehenden Chaussee, rollen wir längs 
der Zweigbahn Sonnenburg-Rüstrin hin. doch der Zug hat 
anscheinend mehr Zeit, so winken wir ihm ein freundlich 
Lebewohl und sind bald am Sonncnbiirger Thor Kiistrins 
angelangt. Hier trifft sich die Sonnenburger Chaussee mit 
der von Göritz her führenden. 
JJie Chausseesteine zählen von hier um die Stadt. 
Kiistrin I rechts herum bis zur Bastion Kronprinz. P)a 
wir Kiistrin* mit seinem jammervollen Pflaster schon kennen, 
* AVer Kiistrin noch nicht kennt und in die Stadt hinein will, schwenkt 
hinterm Sonnenburger Thor gleich links ab, überschreitet eine Graben- 
brftcke und gelangt, ein zweites Thor passierend, gleich darauf zum Markt. 
s empfiehlt sich das Rad zu schieben. Vom Markt durch die Damm- 
s rasse zum Zorndorför-Thor. Nach links zum Hornwe durch 
die Berlinerstrasse und Berliner Thor und über die Oder zum Ost 
bahnhot und weiter zum Kietz (Küstrin III) nach J5erim resp. Frank 
furt a. 0.
	        
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