Publication:
Berlin: Rockenstein, [1898]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365744
Path:

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wahrlich nicht bei. Rechnen wir hierzu die immerwährenden
Bedrängnisse durch Pest und Krieg, so ist das kümmerliche
Dasein der Hochschule nur zu erklärlich. So wurde denn,
als auf W. von Hum
boldts Anraten —
diebeiden Humboldts
hatten 1787—88 in
Frankfurt studiert —
1810 in Berlin eine
Hochschule gegrün
det worden, mit dem
Schluss des Sommer-
Semesters 1811 die
Tiadrina aufgelöst
und mit der Bres
lauer Leopoldina ver
einigt. Dorthin wan-
derten auch Biblio
thek und Stipendien.
Ein Bischof Bülow
hatte die Universität einst geweiht, ein Studierender Bülow
hielt die akademische Abschiedsrede über die Frankfurter
Hohenzollemstiftung. Ungern genug sahen die Bewohner
ihre Studenten scheiden und recht schwer mag auch von
diesen manch einem das Herz geworden sein, als Abends
die Fackeln beim Liede: „Drum Brüder, reichet euch die
Hand“ zusammengeworfen wurden.
Und nun standen wir auf dem weiten Marktplatz vor
dem altehrwürdigen Itatliause Frankfurts. Schon um 1300
errichtet, wie die alten wuchtigen Pfeiler und Kreuzgewölbe
im Keller und nördlichen Erdgeschosse bekunden, war der
obere Teil ursprünglich aus Holz und wurde erst 1610 bei
der Restaurierung massiv hergestellt. Trotz seiner schmuck
losen Einfachheit ist das dreigeschossige, mit einem Uhrturm
gekrönte Gebäude ein schönes und imposantes Bauwerk und
zugleich wertvolles Denkmal der Frührenaissance in unserer
*
Ratskeller in Frankfurt a./O.
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