Publication:
Berlin: Rockenstein, [1898]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365744
Path:

An Oder und Neisse.
Der Sommer stillen Abschied nahm,
Der Herbst auf leisen Tritten kam
In seinem fahlen Kleide:
Da griff zum Wanderstab die Hand,
1 Ich zog durch brandenburgiscli’ Land,
Durch Sand und Kiefernlieidc.
i nzählig oft schon hatten wir auf unseren "Wander
schaften die alte Oderstadt Frankfurt* berührt,
ohne zu ernstlicher Besichtigung zu gelangen;
planlos die engen, anheimelnden Strassen mit den
alten Giebelhauten durchschreitend, waren wir über die
schönen, geräumigen Plätze mit den sehenswerten Denk
mälern der Vorzeit gewandert und dann nach einem flüch
tigen Blick in das Oderthal auf’s Rad gestiegen und davon
gezogen.
Das so lange Versäumte musste unbedingt nachgeholt
werden, wenn auch der eigentliche Zweck unseres Ausflugs
dadurch um einige Stunden in der Ausführung hinausgerückt
wurde. So bogen wir denn zu früher Morgenstunde, am
modern und gefällig erbauten Stadttheater vorüber, in die
mit Wasserkünsten, Teichen und Denkmälern reich ge
schmückte Promenade ein, welche, als Zierde der Stadt,
durch ihre mannigfaltigen Strauch- und Baumpartien, saftig
grünen Rasenplätze und sorgsam gepflegten Teppichbeete
unser Auge erfreut. An Stelle der ehemaligen Stadtwälle
und -grüben nach Norden zur Lebuser Vorstadt ziehend,
zeigt sie an der Ostseite, hinter Busch und Baum versteckt,
noch die hohen rauchgeschwärzten, meist in die Rosenstrasse
hineinverbauten Trümmer der ehrwürdigen S1 adt mau er,
* Vergleiche Ausflug XVI, „Ins Land Lebus“ und Ausflug XXI,
„Spreeland“.
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