Publication:
Berlin: Rockenstein, [1898]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365744
Path:

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habende Bürger Haus und Hof verlassen mussten und als
Bettelleute in die Welt zogen; Kottbus war verwüstet und
verödet. Wie Guben hatte auch die Spreestadt im sieben
jährigen Kriege und unter der französischen Invasion zu
leiden, von 1807 bis 1813 gehörte sie nach Napoleons Länder
teilung vorübergehend zum Königreich Sachsen. Bei der
Eroberung Sachsens durch die Preussen zogen die getreuen
Kottbuser sofort das Weissschwarz der Preussen auf.
Seit jener Zeit hat die Stadt sich erfreulich entwickeln
können. Sie zählt jetzt rund 42000 Einwohner und hat —
wie schon gesagt — besonders im Westen einen eleganteren
Anstrich erhalten. Vom Bahnhof führen moderne breite,
baumbepflanzte Strassen, mit geschmackvollen Bauten besetzt,
zum Kaiser Wilhelinsplatz, an den sich der, die Altstadt
an Stelle der Umwallung ringförmig umgebende Promenaden
zug mit der prächtigen Kastanien-Allee anschliesst.
In der Altstadt am Ansgang der Sandower Strasse steht
die Oberkirche, ein umfangreicher, dreischiffiger gotischer
Backsteinbau mit Chorumgang und seitlichen Anbauten. Hie
Kirche ist unter Johann I., Richard II. und Johann II. von
Kottbus in den Jahren von etwa 1320—1370 erbaut. Sie
brannte 1468 und 1600 völlig aus. 1602 und neuerdings ist
die Kirche neu restauriert. Bemerkenswert ist die reiche
Spätrenaissancekanzel und der hohe Sandsteinaltar aus dem
Jahre 1680.
Das Katlians am Marktplatz ist ein recht nüchterner
Bau vom Jahre 1748, und zeigt auch im Innern wenig
Bemerkenswertes.
In der Nähe, am Endo der Wendenstrasse, liegt die
ehemalige Begräbnisstätte der Herren von Kottbus, die sog.
Kloster-, Minoriten- oder „Wendische“ Kirche. Hier wird
noch sonntäglich zweimal Gottesdienst in wendischer Sprache
gehalten, denn zur Gemeinde gehören elf Dörfer und die
drei zum platten Lande gehörigen Vorstädte. — Ursprünglich
nämlich gehörte das Gotteshaus, ein spätgotischer Backstein
bau, zu dem von Richard von Kottbus um 1300 gestifteten
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