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Full text: An Oder und Neisse

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Ende des Sees und durch Wilmersdorf rollten wir, für kurze 
Zeit durch duftigen Wald, zum Dorfe Lacomer, dann wurden 
die Geleise der Frankfurter Bahn überschritten und längs 
der Spree holperten wir in die Sandower Vorstadt und die 
Spreebrücke überschreitend, in das freundlicheKottbushinein. 
Durch die Sandower Strasse gelangten wir ohne 
weitere Fährlichkeiten zum Markt, -wo wir uns vor allen 
Dingen im „Goldnen Ring“ in Quartier legten, denn hier 
in der alten Wendenfeste wollten wir Hütten hauen; die 
schon in grauen Tagen durch ihr Bier berühmte Stadt hatte 
es uns, trotz des unsagbar sch—önen Pflasters angethan und 
sie sah uns denn auch bald auf der Wanderung durch die 
engen und krummen Strassen ihrer Altstadt ziehen. Zwar 
ragen auch in Kottbus eine Unzahl von Fabrikschlote auf 
und legen von der überaus regen industriellen Thätigkeit 
des Ortes Zeugnis ah, und auch die alten Mauern sind bis 
auf -wenige Reste verschwunden, aber die ehemaligen Wälle 
sind mit Kastanien bepflanzt, es lebt und webt hier nicht 
nur der rück 
sichtslose Er 
werbsgeist, son 
dern man fühlt 
auch einen Hauch 
von Lebens- und 
Jugendlust! Die 
hübschen Ge 
sichter der uns 
begegnenden 
wendischen Mäd 
chen sehen nicht 
verbissen in die 
Welt, sondern 
zeigen ein paar 
lachende, Adele 
Augen! Schade, 
dass die Rasse 
Kottbus, Wendische Kirche.
	        
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