Publication:
Berlin: Rockenstein, [1898]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365744
Path:

am Ende der mehrfach ge
krümmten Königstrasse,
am AY erderthor ragt der
dicke runde Zindeltunn mit
Zinnen und Kegelspitze über
etliche Refte der wehrhaften
Stadtmauer hoch in die
Luft, fast als suche er die
mit ihm zusammengestande
nen Brüder und Kampfge
nossen! Doch ach, ver
gebens ist sein Spähen!
Sind auch noch einige der alten Baudenkmäler erhalten,
Guben ist doch modern, trotzdem ganz neuzeitlich ge
worden, das sprechen die vielen, über den mittelalter-
Hchen Strassen ihre dichten Rauchwolken lagernden Fabrik-
essen in recht verständlicher Sprache aus. Zumal wenn wir
nach weiterem Spaziergang über den Kastanien- und Linden
graben, in der Haagstrasse Kaminskys Berg erstiegen und
vom dortigen Aussichtsturm über die zu Füssen liegende Stadt
mit ihrem regen Leben und Treiben die Augen fortwandern
Hessen, bis sie im duftigen Grün der romantischen Bergwellen
einen ruhespendenden Haltepunkt fanden.
Und als wir drum an der „(iriiiicn AViese“ auf der
Aclienbach-Briicke über die Neisse zurück wieder in der Alten
Poststrasse dahinschritten, hörten wir interessiert auf den
kurzen, geschichtlichen Vortrag unseres Führers. Als dörf
liche Niederlassung einst von den Semnonen erbaut, wurde
der dann von den A\ r enden bewohnte Ort schon im Jahre
300 durch den römischen Feldherrn Lucca in einen Markt
flecken verwandelt. Auf einem seiner Unterwerfungszüge
kam Kaiser Heinrich I. auch hierher und erweiterte die
jedenfalls noch immer recht dürftige Anlage zu einer wall«
umlagerten Stadt „Gubin“, der verschiedene vorteilhafte
Vorrechte veriiehen wurden. Um die unruhige slavisclie
Bevölkerung jedoch im Zaum zu halten, wurden die heiligen
Top of page

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.