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Full text: An Oder und Neisse

2.3 
von Jen mit Obstkulturen bedeckten bis zu 114 Meter hohen 
bubst- und Neisse-Bergen begrenzt, liegt das alte, wendische 
„gubin“ d. i. Taubenort. Industriell äussert bedeutend durch 
Tuch- und Hutfabrikation, sowie durch seine reichen Braun 
kohlenwerke, ist es durch die bevorzugte landschaftliche 
Lage auch unstreitig einer der schönsten Orte der Nieder- 
lausitz und lockt einen nicht geringen Fremdenstrom an sich. 
Findet der Naturfreund also seine Rechnung, so nicht minder 
der Altertumsfreund. Letzterem muss ja angesichts der ver 
witterten Türme und alten grauen Renaissancegiebel in den 
fabelhaft verwinkelten und gekrümmten Strassen das Herz 
aufgehen! 
Doch vorerst waren wir noch in der villenbesetzten, 
gartengeränderten Bahnhofsstrasse, dann standen wir an der 
schmalen Egelneisse, dem zur Ableitung des Hochwassers 
schon 1449 angelegten Graben und betrachteten den alten 
sächsischen Postobelisken, schliesslich ging’s über die Brücke 
in die Frankfurterstrasse hinein bis zur Alten Poststrasse, 
wo an der grossen Neissebrttcke Hotel „Prinz Karl“ uns 
freundlich aufnahm. 
Hier beginnt die alte Stadt, die sich in ihrem Innern 
zum grössten Teile ihren altertümlichen Charakter bewahrte. 
Schützen-Insel. Guben.
	        
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