Publication:
Berlin: Rockenstein, [1898]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365744
Path:

22
„Die Luft so still und der Wald so stumm
An dieser bewachsenen Halde;
Ein grün gewölbtes Laubdach ringsum
Und ein Wasserthal unten am Walde.
Wild blühende Blumen spriessen umher,
Bings fliessen süsse Düfte,
Olm’ Bauschen ragt der Bäume Meer
Hoch in die sonnigen Lüfte.“
Und weiter wanderten wir. Winkte uns doch im un
mittelbar an Neuzelle anschliessenden, reichen und weit aus
gedehnten Dorfe Schlaben auch noch ein prächtiger Bau, die
mächtige zweitürmige Laurentiuskirche mit ihrer Kuppel
und ihrem reichen, prächtigen Innern. Sie ist seit 1817 das
protestantische Gotteshaus von Neuzelle und verdankt auch
alles, was sie an Kunst und Schmuck besitzt, jenem, von
armen Tagelöhnern aus dem Dorfe Wellmitz stammenden
hervorragendsten Prälaten des Stiftes, dem Abt Martin, der
als Wohlthäter seiner Untergebenen noch heute im Kloster
gebiete genannt wird.
Und nun sassen wir nach festem Trunk im „Prinzen
Albrecht“ wieder im Sattel und verliessen das stille, glück
liche Thal des Scliliiubebachcs. In langer Steigung ging’s
auf guter Chaussee aus Schlaben heraus, in stetiger Bergfahrt
über Gasthaus Fuhrmannsruh, und dann flott bergab über
Steinsdorf und [iresincheu in die Ebene hinunter und
dort durch die Dörfer Gr.-Breesen und Grunewald am
Gasthaus Kupferhammer vorüber, längs des schwarzen
Fliesses auf der Kupferhammerstrasse bis zur Kloster-
Mühle. Hier schwenkt die Peitz-Kottbuser Chaussee rechts
ab, während nach links das Fliess überschreitend die West-,
Mittel- und Ostrampe in die Bahnhofstrasse überleitet,
welche durch die ruhelose, an der Eg'elneisse gelagerte, fast
nur von Fabriken gebildete Klostervorstadt Guben’s führt.
In einem reizenden, von der brausenden Neisse und der
rasch daherschiessenden Labst durchschnittenen Tliale, west
lich von den dichtbewaldeten Kaltenborner Bergen, östlich
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