Publication:
Berlin: Rockenstein, [1898]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365744
Path:

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richtet waren, die Stadt Frankfurt in handelspolitischer Be
ziehung zu vernichten und — so sonderbar das auch klingen
mag, Fürstenberg zum Hauptstapelplatz, zur Empore au der
Oder zu erheben. Deshalb wurde hier ein gewaltiger Scliloss-
und Brückenbau begonnen, aber selbst die Trümmer —
Brückenpfähle wurden noch 1859 aufgefunden — sind jetzt
verschwunden.
Ohne zum wenig mehr bietenden Orte hinauf zufahren,
nahmen wir denn auch Abschied vom breit dahinziehenden
Oderstrom und schwenkten beim Stein 1,2 links auf den
Damm des für die Schifffahrt äusserst wichtigen Oder-
Spree-Kanals ab. Die sehenswerte, mit hydraulischem Druck
betriebene Schleuse der neuen, jährlich von ungefähr 15000
Lastschiffen passierten Wasserstrasse arbeitet mit überraschen
der Schnelligkeit und ihre Maschine erübrigt noch so viel
Kraft, um auch die beiden anderen, der Oder zu gelegenen
Schleusen zu bedienen. An den weiten Wiesenflächen ent
lang verfolgten wir den Damm bis zur Kreuzung desselben
mit der Gubener Bahn, dann schlugen wir einen gut fahr
baren Fussweg links neben den Geleisen ein, der uns sehr
schnell zum Bahnhof Neuzelle, der Haltestelle für das grosse
Dorf Schlaben, führte. Wir hatten die langen Steigungen
der sehr bergigen Chaussee nach Diehlorv und Moebiskruge
sowie den jähen Fall nach Schlaben abgeschnitten.
Durch eine von uralten Kastanien beschattete Pflaster
strasse wanderten wir, nachdem wir unsere Räder in der
Klosterbrauerei untergebracht, am Klostersee entlang zur
Pforte des Ruhe und Frieden atmenden Klosterhofes. Wie
seltsam uns hier im evangelischen Lande an Steinen und
Thorwegen die klösterlichen, aus Mitra und Hirtenstab
gebildeten Wappen, die an den Kreuzwegen aufgestellten
hohen bemalten Kruzifixe berührten! Und dann öffnete sich
der weite Klosterhof und helle Glockentöne mahnten zum
Eintritt in das Gotteshaus,* in die Abtei der heiligen Maria.
* Küster wohnt an der SO.-Ecke des Klosterhofes.
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