Publication:
Berlin: Rockenstein, [1898]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365744
Path:

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Zeit drängte, so zogen
wir zum Hotel zurück
und im gemässigten
Tempo gings dann per
Rad zur Oderstrasse,
denn liier sollten wir
noch eine Denkwürdig
keit der ehemaligen
Universität „in der Un-
terkirclie“ im Johanni-
terhause besichtigen.
Unterkirche! Unser
Freund, der Gaufahr-
wart K. sprach das so
geheimnisvoll aus, dass
wir recht interessiert
diesem Andachtshause entgegensahen. „Hier ist’s. Absitzen!“
Wir standen etwas verwundert vor einem gerade nichts
Sonderliches verratenden alten Hause, doch vielleicht „sat
ein dat Grote innerlich“. Also lehnten wir, unserm Führer
folgend, die Räder an die Hauswand und stiegen — in den
Lang’schen Weinkeller! Tableau!
„Das ist unsere Unterkirche! Und nun bitte betrachten
Sie die Tische!“
Pflichtschuldig senkten wir die Augen auf die bös von
allerlei Schnitzkünstlern zugerichteten Platten, wirre Runen
zeichen bedeckten dieselben, fremd dem ganz gewöhnlichen
Bürger, aber fröhlich erzählend dem „akademisch“ Gebildeten.
„Das sind ja . . .“
„ die Karzertische der ehemaligen Viadrina!“
Durch die Breitestrasse waren wir über die 1895 nach
dreijährigem Baue fertiggestellte schöne liacksteiiibriieke
zum rechten Oderufer gelangt und links ab zum herrlichen
Leopolddenkmal gebogen. Auf dem Oderdamm stehend,
ist dasselbe dem Andenken des Herzogs Leopold von Braun
Leopold-Denkmal in Frankfurt a./O.
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