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Full text: An Oder und Neisse

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Zeit drängte, so zogen 
wir zum Hotel zurück 
und im gemässigten 
Tempo gings dann per 
Rad zur Oderstrasse, 
denn liier sollten wir 
noch eine Denkwürdig 
keit der ehemaligen 
Universität „in der Un- 
terkirclie“ im Johanni- 
terhause besichtigen. 
Unterkirche! Unser 
Freund, der Gaufahr- 
wart K. sprach das so 
geheimnisvoll aus, dass 
wir recht interessiert 
diesem Andachtshause entgegensahen. „Hier ist’s. Absitzen!“ 
Wir standen etwas verwundert vor einem gerade nichts 
Sonderliches verratenden alten Hause, doch vielleicht „sat 
ein dat Grote innerlich“. Also lehnten wir, unserm Führer 
folgend, die Räder an die Hauswand und stiegen — in den 
Lang’schen Weinkeller! Tableau! 
„Das ist unsere Unterkirche! Und nun bitte betrachten 
Sie die Tische!“ 
Pflichtschuldig senkten wir die Augen auf die bös von 
allerlei Schnitzkünstlern zugerichteten Platten, wirre Runen 
zeichen bedeckten dieselben, fremd dem ganz gewöhnlichen 
Bürger, aber fröhlich erzählend dem „akademisch“ Gebildeten. 
„Das sind ja . . .“ 
„ die Karzertische der ehemaligen Viadrina!“ 
Durch die Breitestrasse waren wir über die 1895 nach 
dreijährigem Baue fertiggestellte schöne liacksteiiibriieke 
zum rechten Oderufer gelangt und links ab zum herrlichen 
Leopolddenkmal gebogen. Auf dem Oderdamm stehend, 
ist dasselbe dem Andenken des Herzogs Leopold von Braun 
Leopold-Denkmal in Frankfurt a./O.
	        
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