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Full text: An Oder und Neisse

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nördlichen Gegend. Noch befindet sich auf der Spitze des 
südlichen Giebels eine merkwürdige Reminiszens an jene 
Zeit als auch die Frankfurter von reichsstädtischer Selbst 
ständigkeit * träumten: die schrägstehende gestützte eiserne 
Stange, an deren Ende sich am Ringe das Sinnbild des 
gekrönten Härings befand, das Wahrzeichen der Hansabrüder, 
welche Bergen anzufahren pflegten. 
Hier im alten Kauf- und Rathause — während der 
Messzeit dient noch jetzt der untere Gewölbeflur als Kauf 
halle — hatte einst Markgraf Ludwig der Bayer der Bürger 
schaft für die ihm gegen Kaiser Karl IV. und den falschen 
Waldemar bewiesene Treue gedankt und die Stadt von der 
Zahlung der Orbede befreit. Hier wurde in glänzender 
Weise unter Teilnahme des Kurfürsten und einer auserlesenen 
Gesellschaft von Prälaten, Edelleuten und Gelehrten der 
Tag der Einweihung der märkischen Universität gefeiert, 
hier sicherte Wallenstein den Bürgern der Stadt Schonung 
und Gnade zu und hier sprach Kaiser Wilhelm II. 1888 
nach der Einweihung des Prinz Friedrich Karl-Denkmals 
die Worte: „Es kann darüber nur eine Stimme sein, dass 
wir lieber unsere gesamten 
18 Armeekorps und 42 
Millionen Einwohner auf 
der Walstatt liegen lassen, 
als dass wir einen einzigen 
Stein von dem, was mein 
Vater und der Prinz Fried 
lich Karl errungen haben, 
abtreten.“ 
Eine Sehenswürdigkeit 
ist der schöne Ratskeller. 
Früher trug derselbe das 
Wappenzeichen Frankfurts, 
Schnabel und Klauen und der sicher nicht prahlenden In 
* Kurzer Überblick der Geschichte der Stadt im Ausflug XXIV,, 
„Im Warthebruch“. 
Lutherstift in Frankfurt a./O. 
den roten Hahn mit goldnem
	        
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