Publication:
Berlin: Rockenstein, [1898]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365709
Path:

22
dorfer Flötzgebirge sich deutlich die Abteilungen des ungefähr
70 m mächtigen blauen Kalksteins, des etwa 07 m starken
und dann des 42 m messenden Mergels, des sogenannten
„Hangenden“ u. s. w. erkennen lassen. Wenden wir uns nun
den zwei, hier gebräuchlichen Gewinnungsarten zu.
Im Alvenslebenbrucli wird also bei der enormen Breite
und der angegebenen Länge des Lagers, wegen der bis über
40 m über dem Wasserspiegel sich erhebenden Mächtigkeit
Hochbau getrieben, d. h. geschrämt. In das Kalksteinlager
werden mehrere, etwa l, 75 m hohe Gänge bis zu einer bestimmten
Länge getrieben; dies Linien- oder besser Schachtsystem wird
dann in gewissen Abständen durch Querstrecken durchbrochen,
so dass der ganze Lagerteil auf Pfeilern ruht, die nun mehr und
mehr abgeschwiicht werden, und zwar so lange, als sie die
auf ihnen ruhende Gesteinsmasse zu tragen vermögen.
Ist die Grenze der Möglichkeit und Sicherheit erreicht,
dann werden in sämmtliche Pfeiler der Strecke Sprenglöcher
gebohrt und mit Sprengstoff geladen, sie sind zum „Abschiessen“
fertig. Eiligst entfernt sich die Knappschaft aus dem Schram
bruche; ein Zeichen, ein unterirdisches Hollen, ein leichtes
Zittern des Bodens unter uns, dann eine undurchdringliche,
endlose Staubwolke — der gestützte, in der Fachsprache
„unterschrämte“, Lagerteil ist zusammengestürzt, die Quadern
werden abgeräumt und sortirt.
An anderen Stellen des Bruches ist dagegen nur das
„Abbanken“ im Gebrauch, d. h. der Kalkstein wird einzig
von oben her schichtweise zu Tage gefördert.
Durch den nicht mehr betriebenen Redenbrucll wenden
wir uns zum Heinitzlmicli, dem „Tiefbau“ zu, der im
Wesentlichen dem vorher beschriebenen Abbau gleicht, nur
dass hier das Gestein aus tieferen Schichten gewonnen wird,
weil die ehemals zu Tage getretene Gesteinschicht bereits
gefördert wurde. Höchst interessant ist dabei der hier
errichtete, in schräger Richtung aufwärts steigende grossartig
durchdachte und angelegte Aufzug, der zum Betriebe von zwei
neuen Fördermaschinen von je 180 Pferdekräften dient, welche
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