Publication:
Berlin: Rockenstein, [1898]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365709
Path:

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die Erträge ihres Kalkbruches zu Rüdersdorf anzugeben.
Als es mit der Klosterherrlichkeit um 1480 zu Ende
ging, teilte sich der Brandenburgische Staat mit den Städten
Berlin-Cölln, zeitweise auch mit Fürstenwalde in die Erträge
des Betriebs. 1850 übernahm der Staat allein gegen Ab
gabe von einem Sechstel des Reinertrages an Berlin die Ver
waltung und begründete das Provinzial-Knappschafts-Institut.
Letzteres gewährt den zur Genossenschaft gehörigen Arbeitern,
welche in ständige und nichtständige zerfallen, freie ärztliche
Behandlung und Unterricht für die Kinder. Die obrigkeit
liche Verwaltung der Kalksteinbrüche sowohl wie der sonst
noch in den Marken angelegten Bergwerke, namentlich der
Braunkohlengruben, liegt in den Händen des königlichen
Bergamtes Rüdersdorf, welches sich in die drei Reviere Perle
berg, Fürstenwalde und Frankfurt teilt. Die alljährlich im
August ihr Bergfest feiernde 980 Mann starke Knappschaft
ist dem königlichen Oberbergamt unterstellt.
Was die Mächtigkeit des Rüdersdorfer Kalksteinlagers
anbetrifft, so darf man hoffen, dass dasselbe — obgleich das
einzige für den Osten Preussens — selbst bei höchsten An
sprüchen immer noch bis zum .Jahre 1920 ausreichen wird.
Inzwischen haben wir die Höhe erklommen, von der wir
bei dem, zwischen recht hübschen Anlagen und Promenaden
aufragenden schmucken Kriegerdenkmal einen fesselnden
Blick über die Robengelände Rüdersdorfs, auf den unten im
Thale liegenden „Alten Grund“ mit dem Kalkkanal und
die prächtige Umgebung weit ins Land hinein werfen. Wir
wandern auf der 77 km. über dem Kesselsee liegenden Höhe
noch bis zum Turnplatz, von wo aus ein steilgewundener Pfad
hinab zum Kesselsee am Ende des Kalkkanals führt.
Zu der früher so allgemein beliebten Tunnelfahrt durch
den 107 m langen Redentunnel bietet sich keine Gelegenheit
mehr, denn derselbe ist zugeschüttet worden, nur die Inschrift
an der ehemaligen Einfahrt: „Redenkanal, als Strecke fahr
bar 1800, schiffbar vollendet im Jahre 1827,“ sowie die
Kolossalbiistcn Friedrichs II., Friedrich Wilhelm II. und
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