Publication:
Berlin: Rockenstein, [1898]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365709
Path:

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reichbegütertsten Adelsgeschlechte derer von Pt’uel gehöris-,
welches auch das nahe Gielsdorf und das hinter Müncheberg
belegene Jahnsfelde*) besitzt, gleicht das, an dem von
Schwänen belebten Schloss - See aufstrebende getürmte
Schlösschen täuschend dem Schloss Reinhardsbrunn bei
Friedrichroda.
Und nun zurück zum Dorfe, das sich seit dem Anfänge
des XV. Jahrhunderts im Besitze der Pfuols befindet und
dessen Kirche, ein sp'ätmittelalterlicher Feldsteinbau, neben
allerlei Denkwürdigkeiten an die Herrschaft einen 1450
errichteten Flü
gelaltar aufweist,
dessen bemalte
Holzschnitzerei,
Mutter Maria und
die zwölf Apostel,
recht sehenswert
ist. Interessant
ist auch der aus
einem grossen
erratischen Block
gemeisselte Tauf
stein. Halbkugelförmig aus Granit hergestellt, sind derartige,
in der ersten Zeit der Bekehrung des Landes recht häufigen
Taufsteine jetzt nur selten anzutrefien.
Auch die Gielsdorfer Kirche, ein romanischer Granit
quaderbau aus dem Jahre 1375 mit Balkendecke, deren
Emporen auf kurzen geschnitzten Holzpfeilern ruhen, ist reich
an verschiedentliche Erinnerungen an die Pfuel’sche Familie,
so die auf den vierhundertjährigen Besitz Gielsdorfs — als
Gieselbertsdorf um die Mitte des XIII. Jahrhunderts von
dem Vasallen Gieselbert. der anhaltinischen Fürsten gegründet
— an einem Pfeiler hinweisende Steintafel mit der Inschrift:
„Zur Erinnerung an die 1460 unter Kurfürst Friedrich
*) Vergl. Ausflug XVI. „In’s Land Lebus.“
Promenade am Strausberger See.
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