Publication:
Berlin: Rockenstein, [1898]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365709
Path:

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der Semnonen — an seiner Stelle geblieben; nur wenige
Jahre noch, und von der Stadtstelle wird nichts mehr übrig
sein als die Sage, die auch diesen Ort mit ihrem Zauber um
woben hat und durch den märkischen Dichter Brunold in einem
Gedichtchon verherrlicht ist, das hier teilweis folgen möge:
„Wie Vinetas Glocken klingen
Tief herauf vom Meeresgrund,
Solch ein zauberhauftes Singen
Macht sich hier im Walde kund.
Blühdorn mit der Hagerose
Flüstert leis’ in würz’ger Luft,
Auf der Birke, auf dem Moose,
Liegt ein märchenhafter Duft.
Doch trotz Sonnenschein und Blühen
Ist's, als gingen Geister um;
Mensch und Wind vorüberziehen,
Wie der Vogel, scheu und stumm.
Aber nachts, bei Mondesschimmern,
Wird’s lebendig hier im Wald,
Man vernimmt ein leises Wimmern,
Geisterhaft es wogt und schallt.
Wie aus längst vernarbten Schmerzen
Noch ein Strahl der Liebe bricht,
Wie Erinnerung im Herzen
Glänzt herauf, gleich Mondeslicht,
So auch ist dies Glockenklingen,
Blütenduft aus Angst und Qual,
Ist ein leises Oster-Singen
Von der Sag’ — des Blumenthal.“
Ein schmaler Pfad, der sich links der Strasse durch das
dichte Gesträuch des glattstämmigen Buchenwaldes hinzieht,
führt zu den freundlich leuchtenden Gebäuden des am Blumen
thal-See gelegenen, gleichnamigen Forsthauses. Wir aber
folgen der sehr guten Chaussee noch zwei Kilometer durch
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