Publication:
Berlin: Rockenstein, [1898]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365709
Path:

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dem schweren Schicksalsschlage wieder erholten, so war das der
Stadt Blumenthal nicht vergönnt, denn plötzlich erschienen die
räuberischen Tömmern, welche sengend und mordend unsere
Mark durchzogen, und brannten die Stadt nieder. Das Wenige
aber, was ihnen entging, fiel dann den in späteren Zeitläufen
vorüberstürm enden Hussiten auf ihrem Raubzuge nach Bernau
zum Opfer. Erschreckt entflohen die wenigen noch übrig ge
bliebenen Einwohner in die befestigten Städte und nie sind
sie wieder nach der ungastlichen Stelle zurückgekehrt. Bald
überwucherte das Unkraut
die öden Trümmerhaufen
und undurchdringlicher
Wald und dichte Hecken
verdeckten die einstige
Stelle friedlicher Kultur.
Blumenthal wurde und
blieb vergessen.
Die verfallenen Mauern
waren 1785 noch vorhan
den und nebst vielen Stein
haufen auch noch ein Gra
ben und die Ueberreste eines Walles, auf
welchem Eichen standen, welche die Merk
male eines sehr hohen Alters trugen.
Die Eichen sind verwittert und später
Schloss Wilkendorf, umgehauen und ausgerodet, die Mauern
zerstört und abgetragen worden und von
ihren Ueborresten hat man die schöne Chaussee von Prötzel nach
Werneuchen gebaut. Heute geht der Pflug über die Stätte
hinweg, im Sommer bedecken die Felder dieselbe vollständig
und nur im Herbst und Winter ist es noch möglich, die
Stadtstelle zu besuchen.
Kein neues Leben ist hier erblüht!
Von der alten Stadt ist noch ein 3 Fuss grosser und
über 14 Fuss tief in die Erde hineinragender Stein, der
Mark- und Marktstein genannt — vermutlich ein Opferstein
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