Publication:
Berlin: Rockenstein, [1898]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365681
Path:

Spreeland.
Wo Wiesenland und Hügelland sich weidet
Am breiten Lauf der Spree, die sie durchfliesst,
Bevor des Reiches Hauptstadt sie durchschneidet
Und treu das stolze Kaiserschioss begriisst,
Dort weil ich gern, wo hell vom Licht beglänzt
Die klaren Seeen der Wald umkränzt.
Eichberg.
er erkennt wohl in der so gemessen und würdig
durch Berlin ziehenden Spree den ausge
lassenen Wildfang, der oben in den säch
sisch-böhmischen Bergen sein Wesen treibt? —
Und wer denkt wohl auch nur einen Augenblick daran,
d iss der so oft und gern besuchte Spreewald der weise
Mentor ist, welcher nach der alten Regel „teile und herrsche“,
die Kraft des jäh Anstürmenden bricht und derart den
ungeberdigen Wildling zur wohlthuenden Ruhe zwingt.
Wie aller alle Erzieher hat auch der Spreewald unter
der oft recht überschäumenden Kraft seines Zöglings zu
leiden, so dass man notgedrungen auf Mittel und Wege
sann, die elementare Wucht des Flusses zu brechen. So
wurde schon vor etwa dreissig Jahren eine Entwässerung
des Oberspreewaldes durch einen, vom Byhlegurer-See
ausgehenden zum Schwielug-See hinüberführenden Kanal
geplant.
Bis jetzt ist dieses kühne Projekt der Aufnahme der
Hauptflut der Spree vor Eintritt in den Spreewald nicht
verwirklicht worden, doch die Verfolgung des Planes auf
der Karte lenkte unwillkürlich unseren Blick auf das uns
noch unbekannte Gelände der Orte Straupitz, Lieberose, Fried
land, Beeskow und Müllrose und liess den Wunsch einer Be
sichtigung dieses eigentlichen Spreelandes wach werden.
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