Publication:
Berlin: Rockenstein, [1898]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365681
Path:

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und Türmen teilweis erhalten, so den runden Luckauer
Thorturm im Süden. Im Kathnuse bewahrt man neben
alten Urkunden ein rostiges Panzerhemde, dessen Ursprung
nicht klar erwiesen, fünf alte Schreibtäfelchen aus Wachs
und den schonen gotischen Pokal, dessen Fuss ein Eichenkranz
schmückt und auf dessen Knauf die Königskrone thront. Im
Widmungsschilde steht: „Friedrich Wilhelm IV. der Stadt
Beeskow zum Andenken an das Jubelfest den 5. April 1856.“
An jenem Tage waren 300 Jahre der Zollernherr schaft
über Beeskow dahingegangen, seit der land- und goldansam-
melnde Markgraf Johann von Küstrin die Herrschaften Beeskow
und Storkow erwarb*).
Doch nun nahmen wir Abschied von der alten Stadt
Beeskow und
ihren zerbröckeln
den Mauern, noch
eine kurze Zeit
blitzte linker
Hand das silberne
Band der Spree,
dann bog die
Strasse in die
Miillrose, Kanalbrücke. Ragower Forst
ein und durch die
breite Haide flogen wir in doppelter Geschwindigkeit auf der
guten, nur wenig hügeligen und sich sanft senkenden Strasse
gen Müllrose zur Besichtigung des Friedrich-Wilhelms-Kanals.
Der Plan, Oder und Havel mit einander zu verbinden,
ist ein sehr alter, denn schon unter Kurfürst Joachim II.
versammelte sich im Jahre 1558 eine kaiserliche und kur
fürstliche Kommission zu Miillrose, um das Unternehmen zu
prüfen. Da man jedoch befürchtete, der Sclilaubebach, auf
den es hier hauptsächlich ankam, habe nicht genug Wasser für
den geplanten Kanal, unterblieb die Ausführung des Projektes.
Unter dem Grossen Kurfürsten wurden die angefangenen.
*) Vergl. Ausflug XVIII, „Um den Scharmützel-See“.
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