Publication:
Berlin: Rockenstein, [1898]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365681
Path:

Erweiterung- des Bahnnetzes ging der Schiffsverkehr ein und
die Pferdebahn wurde aufgehoben. Heute spendet nur noch
der sehr bedeutende Fischreichtum mehreren Hundert Fischern
Lebensunterhalt.
Hoch hat der Handelsverkehr und das hurtige Treiben
der Menschen hier auch aufgehört, so wogt es doch noch
immer von Harz- und Haidekrautduft und in den Lüften
wirbelt der Lerchentriller, geschäftig summt und surrt es,
wie heimlich
Wallen und
Wehen über den
im Sonnenlicht
glänzendenblauen
See, und nur der
im Sande halb
begrabene Wei
denstumpf, die er
haben stehende
Linde und die aus
einem Schilfgür
tel aufragende Erle wispern sicli von früheren besseren
Zeiten zu.
Und dann zogen wir wieder durch den stillen Wald zur
Chaussee zurück und über die in der Sonne brütenden Felder
einem von der Welt wohl ganz vergessenen Städtlein ent
gegen, dem kleinen Friedland. Weder durch Mauern noch durch
Thore, die es wohl nie umgürteten, wurden wir in unserem
Vordringen aufgehalten. Wohl aber durch zahlloses Feder
vieh, das es sich auf den stillen, sonnendurchglühten Strassen
bequem gemacht hatte und während seiner mehr oder minder
langen Lebenszeit nicht oft durch Radfahrer aus seinem
Brüten aufgeschreckt worden war und sich nun entrüstet
schnatternd und gackernd auf kurze Entfernung zur Seite
zurückzog.
Das gleiche Bild wie in Golssen am heutigen Morgen.
Doch halt, nein, dort am Ende der Strasse am kleinen
Gasthaus zum grünen Baum. Beeskow.
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