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Full text: Spreeland

Erweiterung- des Bahnnetzes ging der Schiffsverkehr ein und 
die Pferdebahn wurde aufgehoben. Heute spendet nur noch 
der sehr bedeutende Fischreichtum mehreren Hundert Fischern 
Lebensunterhalt. 
Hoch hat der Handelsverkehr und das hurtige Treiben 
der Menschen hier auch aufgehört, so wogt es doch noch 
immer von Harz- und Haidekrautduft und in den Lüften 
wirbelt der Lerchentriller, geschäftig summt und surrt es, 
wie heimlich 
Wallen und 
Wehen über den 
im Sonnenlicht 
glänzendenblauen 
See, und nur der 
im Sande halb 
begrabene Wei 
denstumpf, die er 
haben stehende 
Linde und die aus 
einem Schilfgür 
tel aufragende Erle wispern sicli von früheren besseren 
Zeiten zu. 
Und dann zogen wir wieder durch den stillen Wald zur 
Chaussee zurück und über die in der Sonne brütenden Felder 
einem von der Welt wohl ganz vergessenen Städtlein ent 
gegen, dem kleinen Friedland. Weder durch Mauern noch durch 
Thore, die es wohl nie umgürteten, wurden wir in unserem 
Vordringen aufgehalten. Wohl aber durch zahlloses Feder 
vieh, das es sich auf den stillen, sonnendurchglühten Strassen 
bequem gemacht hatte und während seiner mehr oder minder 
langen Lebenszeit nicht oft durch Radfahrer aus seinem 
Brüten aufgeschreckt worden war und sich nun entrüstet 
schnatternd und gackernd auf kurze Entfernung zur Seite 
zurückzog. 
Das gleiche Bild wie in Golssen am heutigen Morgen. 
Doch halt, nein, dort am Ende der Strasse am kleinen 
Gasthaus zum grünen Baum. Beeskow.
	        
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