Publication:
Berlin: Rockenstein, [1898]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365681
Path:

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zweitürmigen Kirche, und den, nach den verschiedensten
Richtungen ausstrahlenden Wegen zeigte.
Der Flecken Straupitz, wendisch Tschupc, ist der Mittel
punkt einer neun Orte umfassenden Standesherrschaft und
hat einen fast städtischen Charakter, zu dem die 18:12 errichtete,
stattliche, doppeltürmige Basilika ausserordentlich beiträgt.
Auf der Stelle des, Ende verflossenen Jahrhunderts neu
erbauten. Schlosses erhob sicli einst die feste Burg der Herren
von Ilow, einer echten, märkischen Ritterfamilie, die in ihrer
Anhänglichkeit an die bayerischen Fürsten sogar einem Bann
flüche des Papstes trotzten. Hach den Ilows sassen dann die
Dohna's, Schulenburgs und Köckeritz hier, bis endlich im
Jahre 1685 ein in Kriegszügen ergrauter Soldat, der schwe
dische, polnisch-sächsische und kurbrandenburgische General
Christoph von Houwald auf der uralten Wendenfeste einzog.
Seitdem hat sein Geschlecht auf Schloss und Herrschaft
bauend und ordnend, in weiser Fürsorge für ihre Untergebenen
gewaltet.
Die Dörfer Neu-Bielegure und Mühlendorf, das Vorwerk
Horst, die Kaupernehrungen im Spreewalde sind Gründungen
des Landrichters von Houwald. Auch ein Liebling der Musen
erblickte im Schloss Straupitz das Licht der Welt, der Dichter
Christoph von Houwald, ein s. Z. sehr gefeierter Mann.
Von den flachen Türmen der Straupitzer-Kirche warfen
wir noch einen Blick auf den zwischen Erlen, uralten Eichen
und Föhren herüberleuchtenden, wunderschönen Bylilegurer-
See, dessen fischreiche, mächtige Fläche zum anfangs ge
schilderten Projekt verwendet werden soll. In den ihm um
wogenden dichten Wäldern, unter den knorrigen, riesenhaften
Eichen an seinen Ufern hauchten christliche Gefangene unter
den Opfermessern der wendischen Criwen ihren Geist aus.
Doch schon zu lange verweilten wir in dem hübschen
Orte. Schnell wurden nach Stärkung im einfachen „Gasthofe
von Mattem“ die Räder bestiegen und auf fast schattenloser
Chaussee der Marsch nach Butzen und dem am buchten
reichen GrossenOIochow-See gelegenen Lamsfeld fortgesetzt.
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