Publication:
Berlin: Berliner Bezirksverein Deutscher Ingenieure, 1893
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364546
Path:

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gern die Gelegenheit wahrnehmen, ihre Waare mit verhältniß-
mäßig geringen Kesten vielen Tausenden zur Schau zu stellen.
Aber sind es denn diese, die die Ausstellung bedeutend und
werthvoll machen? sind es nicht vielmehr diejenigen, die nach
Art ihres Geschäftes auf Bestellung arbeiten müssen, weil sie eben
keine landläufige Marktwaare sabriziren? Sie sind es aber,
denen die Beschickung der Ausstellung wirklich große Opfer auf
erlegt, und diese sollte man fragen, um das Bedürfniß zu ermitteln.
Auch in diesem Falle ist multum entscheidend, nicht multa.
Aber selbst wenn das Bedürfniß in dem Maße wie der
Aufruf behauptet vorhanden wäre, müßte der eingeschlagene
Weg, es zu befriedigen, als ganz verfehlt bezeichnet werden.
Also weil es mit der Weltausstellung nichts war, weder mit
der internationalen noch mit der nationalen, „muß", um mit
den Worten des Aufrufes zu reden, „etwas an deren Stelle
gesetzt werden", muß ausgestellt werden um jeden Preis?
Das sieht ja fast aus, als wären die Berliner von einer Krank
heit befallen, von einem bösen Feind besessen, der zu irgend
einem Loche Hinausgetrieben werden muß . . .! Und mit solchen
Gründen will man die Nothwendigkeit einer Berliner Gewerbe
ausstellung beweisen?
Immerhin möchte man, wenn Gutes geschaffen würde, die
sonderbare Begründung durchgehen lassen; aber außer den schon
erwähnten materiellen Vortheilen für eine Reihe von Geschäfts
leuten und der Genugthuung der Veranstalter ob des wohlge
lungenen Werkes ist nicht viel Gutes in Sicht. In mehreren
Richtungen wird das Unternehmen sogar höchst schädlich wirken.
Vor allem wird es im übrigen Deutschland Widerspruch
und Verstimmung Hervorrufen, und das sollte in jetziger schwerer
Zeit vermieden werden. Berlin erfieut sich leider ohnedies
keiner großen Liebe im übrigen Deutschen Reiche. Wer unsere
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