Publication:
Berlin: Berliner Bezirksverein Deutscher Ingenieure, 1893
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364546
Path:

2
anfangen; vielleicht werde sich daraus doch noch durch die Wucht
der Thatsachen eine allgemeine deutsche Ausstellung entwickeln.
Dann kommt die Verheißung: ein Fremdenstrom, und mit ihm
— was freilich nicht ausdrücklich gesagt ist — ein Goldstrom
werde sich im Ausstellungsjahr über Berlin ergießen. Zum
Schluß werden alle fleißigen Hände aufgefordert, sich im schönen
Bund zur würdigen Herstellung des Werkes zu regen.
Gewiß muß anerkannt werden, daß die Berliner Industrie
mannigfaltig und fortgeschritten genug ist, um aus eigenen
Kräften eine zwar nicht sehr umfangreiche, aber gediegene, in
einzelnen Zweigen sogar glänzende Schaustellung zu Stande
zu bringen. Ebenso soll zugegeben werden, daß, wenn auch
nicht nach den hochgespannten Hoffnungen des Aufrufes aus dem
Ausland, so doch immerhin aus Deutschland ein starker Fremden
besuch zu erwarten sein wird, sobald sich zu den Reizen der
Reichshauptstadt noch die einer Ausstellung gesellen. Damit
dürste aber auch erschöpft sein, was der Aufruf Richtiges enthält.
Zunächst bezweifeln wir das Bedürfniß nach der Ausstellung;
der Aufruf stellt es zwar als unbestrittene Thatsache hin, bleibt
aber den Beweis schuldig. Es erscheint uns ein Leichtes, für ein
Unternehmen, das so Vielen Vortheil verspricht, in einer Stadt
wie Berlin ein paar tausend Anhänger und ein paar Millionen
Garantiezeichnungen zu finden. Alles, was am Fremdenverkehr-
geschäftlich betheiligt ist: Gasthöfe und Zimmervermiether, Theater
und Vergnügungslokale, Restaurants und Bierhäuser, Pferdebahn,
Omnibus und Droschken, Ladenbesitzer u. s. w. u. s. w. werden
mit Freuden ein solches Unternehmen begrüßen, in der Hoff
nung, von dem über Berlin sich ergießenden Goldstrom mehr
oder weniger in die eigenen Taschen fließen zu sehen. Auch
an Ausstellern wird's nicht fehlen. Zahlreiche Handwerker und
Fabrikanten, besonders solche, die Ladenwaare arbeiten, werden
Top of page

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.