Publication:
Berlin: Berliner Bezirksverein Deutscher Ingenieure, 1893
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364546
Path:

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Jeder mit Freude u»d Stolz an das wohlgelungene Werk, welches der
heimischen Industrie und Gewerbethätigkeit erhöhte Anerkennung und er
weiterte Absatzgebiete eingetragen hat.
So liegt es nahe, an Stelle einer Weltausstellung wieder eine Aus
stellung heimischer Erzeugnisse, aber auf breitester Grundlage und mit
großen Mitteln in's Leben zu rufen, wobei auch alle in Berlin vertretenen
deutschen Gewerbe und Firmen zur Mitwirkung berufen sein sollen. Wenn
dann die lokalen Schranken in Folge mächtiger Begeisterung und allseitiger
Theilnahme sich erweitern und aus einer Berliner Ausstellung eine all
gemeine deutsche sich entwickeln sollte, so kann auch diesem Wunsche Rech
nung getragen werden unter der Voraussetzung, daß das Reich und die
Regierung der Einzelstaaten sich entsprechend betheiligen.
Als Ausstellungsjahr wurde 1896 gewählt, weil in jenem Jahre
Berlin die Feier des 25jährigen Bestehens als Reichshanptstadt begeht
und eine Ausstellung die schönste Bethätigung unserer 25jährigen Friedens
arbeit, in Wahrheit ein Fest der Arbeit und des selbstlosen Gemeinsinnes
ist, welchem der Mühe Preis nicht fehlen wird!
Stellt unser Vorhaben naturgemäß sich auf die Opferwilligkeit und
Schaffensfreudigkeit der Bürger Berlins, welchen auch in erster Linie der
Lohn zufallen wird, so darf das beabsichtigte Unternehmen doch des wohl
wollendsten Entgegenkommens und der thatkräftigsten Förderung aller
maßgebenden Behörden, besonders unserer Stadtverwaltung sicher sein,
ja, wir hegen die Zuversicht, es werde auch an Allerhöchster Stelle wohl
wollend aufgenommen werden.
Bereits am 15. November ist eine Anzahl von Vertretern der Berliner
Gewerbe-Industrie und Handelswelt zu einem provisorischen Komitee,
welches entsprechend ergänzt und vervollständigt werden soll, zur Be
gründung einer Gewerbe-AuSstellung im Jahre 1896 zusammen
getreten, fest entschlossen, ein Unternehmen in's Leben zu rufen, welches
dem Bethätigungsdrange unseres heimischen Gewerbefleißes die Pforten
öffnen und der Welt darthun soll, daß Berlin auf keinem Gebiet werk-
thätigen Schaffens zurückgeblieben ist und jeden friedlichen Wettkampf
aufzunehmen vermag.
Ein mächtiger Fremdenstrom wird dann im Ausstellungsjahr 1896
über unsere Stadt kommen, alle Nationen werden, ob auch keine inter
nationale Ausstellung ihrem Reiseziel sich bietet, herbeieilen, um die Er
zeugnisse der deutschen Reichshauptstadt kennen zu lernen.
Aber Jahre vorher muß Berlin sich rüsten, um seine Gäste würdig
zu empfangen. In jeder Werkstatt, auf jedem Werkplatz sollen fleißige
Hände sich rühren, bereit, dem Gewerbefleiß unserer Stadt Ehre zu
machen. Künstler, Handwerker und Arbeiter werden vollauf zu thun
haben, um ein Werk fördern zu helfen, würdig unserer Reichshauptstadt!
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