Publication:
Berlin: Berliner Bezirksverein Deutscher Ingenieure, 1893
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364546
Path:

Anlage.
Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896.
Seit Jahren lebte in der Heimischen Bevölkerung der Gedanke, eine
Weltausstellung in Berlin verwirklicht zu sehen. Was andere Hauptstädte
Europas, zum Theil schon wiederholt, vermocht und mit glänzendem Er
folge durchgeführt haben, durfte der Hauptstadt des deutschen Reiches
nicht unerreichbar erscheinen.
Der Weltausstellungsgedanke hatte in allen betheiligten Kreisen, bei
allen Bürgern unserer Stadt und auch im deutschen Reich so festen Fuß
gefaßt, daß im Frühsommer dieses Jahres nicht mehr das „Ob", sondern
nur das „Wann" und „auf welchem Platze" erwogen wurde.
Und nun muß der Gedanke, in absehbarer Zeit eine Weltausstellung
in Berlin zu sehen, als völlig aufgegeben gelten und unfruchtbar wäre es
heut, über das „Warum" nachzudenken.
Nehmen wir an, die Regierung hat Alles erwogen, bevor sie sich
gegen die Weltausstellung erklärte.
Aber soll nun jeder Gedanke an eine andere Ausstellung beseitigt
sein? Soll die Hauptstadt des deutschen Reiches, welche ohne Gleichen
emporgediehen ist im Reich und durch das Reich, deren Verkehrswesen
und gesundheitliche Einrichtungen ungetheilte Anerkennung in der ganzen
Welt gefunden haben, welche auf den meisten Gebieten der öffentlichen
Lebensthätigkeit mustergiltige Einrichtungen besitzt, deren Industrie, Handel,
Gewerbe, Kunst und Kunsthandwerk von Jahr zu Jahr sich großartiger
entwickeln, deren Bürger einen Gemeinsinn bethätigen, welcher über jedes
Lob erhaben ist, soll Berlin die Hände in den Schoß legen und den auf
allen Gebieten laut gewordenen Drang, sein Können zu zeigen, unter
drücken?
Irgend etwas muß an die Stelle der nicht erreichbaren Weltaus
stellung gesetzt werden, soll uns nicht mit Recht Mangel an Selbstvertrauen
und Muthlosigkeit nachgesagt werden.
Berlin muß darthun, daß es nicht nur die größte Stadt des deut
schen Reiches ist, sie muß auch Zeugniß von ihrem Fleiß und ihren Fort
schritten auf allen Gebieten ihres rastlosen Schaffens ablegen.
Die Berliner Gewerbe-Ausstellung von 1879, damals in bescheidenem
Rahmen angelegt, hat ein glänzendes Ergebniß gezeitigt. Noch heut denkt
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