Publication:
Berlin: Erich Merten & Co., [um 1896]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364558
Path:

Bewässerung
des Vergnügungsparkes der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896.
Zweikammerheber
(Tafel 2 Figur 2.)
Funktion
des Zweikammerhebers
DieBewässerung einerAbtheilung der Ausstellung, nämlich
des Vergnügungsparkes, wird vermittelst Druckluft und „Zwei
kammer-Heber“ (Patent Erich Merten & Co.) bewirkt.
Das Wasserquantum pro Stunde beträgt ca. 120 cbm, und
ist der erforderliche Druck 4 Atm. absolut.
Drei Kesselbrunnen, von je 1,75 m und 6 m Tiefe, ent
halten je einen Heber und fördern das benöthigte Wasser.
Die Brunnen sind mit Saugrohren versehen und haben eine
Ergiebigkeit von 60 cbm Wasser pro Stunde.
Der „Zweikammerheber“ besteht aus einem schmiede
eisernen Kessel mit gewölbten Böden. Das Innere des
Kessels ist in zwei ungleich grosse Kammern, Verhältniss
1:2, getheilt, welche an ihren unteren Böden Ventile zum
Eingang des Wassers haben.
Beide Kammern sind mit unabhängigen Wasser-Steig-
und Druckluft - Zuleitungsrohren versehen, welche erstere
nach Passiren von Rückschlagventilen sich zu einer Leitung
vereinigen.
Zum Ein- und Auslass der Luft, abwechselnd auf obere
und untere Kammer, dient ein durch Auftrieb und Gewicht
des Kessels gesteuerter Apparat; der Kessel spielt im Wasser,
geführt durch seitlich an der Brunnenwand befestigte Schienen,
auf und nieder.
Die Funktion ist die folgende: Der Kessel sei vollständig
mit Wasser gefüllt und befinde sich unter Wasser, gestützt
auf der unteren Begrenzung. In dieser Stellung öffnet der
Steuerapparat den Lufteinlass zur oberen grossen Kammer
und fördert das Wasser durch das Steigerohr in die Druck
leitung.
Die Luftleitung der unteren Kammer ist, während die
obere sich entleert, mit der Atmosphäre verbunden. Durch
Entleerung der oberen grossen Kammer wandert der Kessel,
infolge Auftriebes, nach aufwärts und steuert den Luft
vertheilungsapparat um. Der Hochdruck tritt nunmehr auf
die kleine Kammer und entleert dieselbe. Während dem wird
das Innere der oberen Kammer mit der Atmosphäre in Ver
bindung gebracht, wodurch der Wassereintritt wieder er
möglicht wird. Der Apparat wandert durch sein Gewicht
nach unten, öffnet und schliesst den Ein- und Ausgang der
Luft in entgegengesetzter Richtung. Dieses abwechselnde
Spiel wiederholt sich, solange Wasser entnommen wird und
Pressluft zur Verfügung steht.
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