Publication:
Berlin: Erich Merten & Co., [um 1896]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364558
Path:

7
geringes Anlagekapital, alle Leitungen haben
gute Gefälle, aus ihnen gelangt niemals etwas
in den Fluss, und alle Häuser der Stadt haben eine
gleich gute und wirksame Entwässerungsanlage.
Dazu kommen beim Druckluftsystem noch
folgende Vortheile:
7. Durch das Prinzip, viele—für sich völlig abgeschlossene
— Entwässerungsgebiete einzurichten, kann man den
gegenwärtigen und zukünftigen Verhältnissen eines
Stadtgebietes ohne Baukosten- und Zinsverluste ganz
und gar Rechnung tragen, d. h. man kanalisirt da, wo es
nöthig ist, und man braucht zur Verbindung, selbst
weit von einander entfernter Entwässerungsgebiete,
(Vororte von Städten, Villenquartiere, Fabrikanlagen)
nur ein enges, eisernes Sammelrohr.
8. Der kostspieligste Theil einer Kanalisationsanlage,
nämlich die Stammleitung, fällt beim Druckluftsystem
besonders einfach und billig aus. Das eiserne
Sammelrohr, das die von den einzelnen Ejectoren
kommenden Zweigrohre aufnimmt, liegt wie diese
selber lediglich in frostsicherer Tiefe und folgt
imüebrigen der Stadtoberfläche. Auch hat das
Stammrohr eine verhältnissmässig geringe Weite, da
die Wässer in ihm durch die Druckluft mit grosser
Geschwindigkeit vorwärts getrieben werden. So z. B.
braucht das Stammrohr einer Stadt von 25000 Ein
wohnern (in seinem untersten Theile) nur etwa 30 cm
weit zu sein. Auch Ablagerungen sind in
solchem Stammrohr ganz unmöglich.
9. Auch die Pumpstation des Druckluftsystems ist schon
insofern eine billige Anlage, als sie gänzlich un
abhängig von Grund und Boden und Gefällver-
hältnissen ist: man erbaut irgendwo in der Stadt ein
einfaches Kessel- und Druckluftmaschinenhaus oder
bringt die Druckluftmaschinen in vorhandenen Ge
bäuden mit Kesselanlagen unter.
10. Die einzelnen Entwässerungsgebiete arbeiten völlig
unabhängig von einander. Etwa vorhandene Krank
heitskeime durchziehen nicht langsam die ganze
Stadt, sondern erreichen mit den Schmutzwässern
schnell den Tiefenpunkt und den luftdicht ver
schlossenen Ejector, der sie einer ebenfalls überall
luftdichten Leitung, dem Sammelrohr, zuführt. Sonach'
müssen Epidemieen, wenn sie durch Leitungen ver
breitet werden können, so zu sagen leicht lokalisirt
Beschreibung des Ejectors. werden.
(Siebe Figur l Tafel 2.) Die Function des Apparates, dessen Hauptvorzug in
seiner grossen Einfachheit besteht, ist folgende:
In dem Innern des Hebers hängt eine in der Richtung
nach oben und unten bewegliche Spindel, an deren unterem
Ende eine Schaale C und an deren oberem Ende eine
Glocke D befestigt ist. Die Abwässer, welche durch das
Einflussrohr A einströmen, füllen den Heber allmählich
Top of page

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.