Publication:
Berlin: Erich Merten & Co., [um 1896]
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364558
Path:

6
Druckluftbetrieb.
Ejectoren.
(Hebewerke.)
Offenbar muss in jedem Tiefenpunkt Kaum für eine be
stimmte Wassermenge, sodann ein Hebewerk zu deren Fort
führung vorhanden sein; auch ist eine Betriebskraft nötliig,
die im richtigen Augenblick das Hebewerk in Thätigkeit setzt.
Als solche Betriebskraft ist nun aus technischen und
practischen Gründen allein die Druckluft geeignet.
Dieses Medium wird an einer ganz beliebigen Stelle
der Stadt erzeugt und mittels engen, eisernen Rohrleitungen
den an den einzelnen Tiefenpunkten der Stadtkanalisation
vorhandenen Hebewerken zugeführt. Die Hebewerke selber,
Ejectoren genannt, befinden sich unter dem Strassenpflaster
in besteigbaren Kammern.
Diese Ejectoren, mit denen wir die gesammte Ausstellung
Tag für Tag entwässern und durch die wir demnach ver
gleichsweise die Abwässer von 50000 Einwohnern*) mindestens
beseitigen, sind in den Abbildungen Tafeln 2 und 3 des An
hangs dargestellt.
(Eine Beschreibung dieser Ausstellungs - Canalisation
lassen wir am Schluss folgen.
Fassen wir das zu Gunsten einer Druckluftkanalisation
Vorgeführte zusammen und vergleichen wir sie mit der
Schwemmkanalisation, so ergiebt sich Folgendes:
1. Die Sclnvemmkanalisation (mit Regenwasser) ist
ein sehr theures Städtereinigungssystem, das nament
lich sogleich eine kostspielige Stammanlage erfordert,
deren technische und wirthschaftliche Ausnutzung erst
nach langen Jahren erfolgen kann.
2. Wegen der Grösse der Rohr- und Kanalquerschnitte
des Schwemmsystems, haben die für gewöhnlich ab
ziehenden Hauswässer ungünstige Abflussbedingungen
und bedürfen eines theuren Spülbetriebes.
3. Die ungünstigen Abflussbedingungen der weiten
Schwemmleitungen werden sehr häufig vermehrt durch
geringes Gefäll und flache Lage der Leitungen, weil
diese zur Regenzeit immer noch nach dem Flusse
hin entlastet werden müssen, wodurch die Tieferlegung
der Leitungen behindert wird.
4. Durch die Entlastung der Schwemmleitungen bei
Regenfall in die öffentlichen Wasserläufe vermittels
sogenannterNothauslässe ist es unvermeidlich, dassauch
Schmutzwässer und Exkremente in den Fluss gelangen.
5. Bei starken Regengüssen staut das Regenwasser in
allen Leitungen des Schwemmsystems, also auch in
den Hausrohren so auf, dass das Wasser durch Aus
güsse und Klosets in die Kellerräume tritt und diese
arg überschwemmt.
0. Alle diese unter 1 bis 5 angegebenen Uebel ver
meidet das Druckluftsystem: seine engen Leitungen
und einfachen Vorrichtungen erfordern nur ein
Anm. *) Wir bemerken hierzu, dass der Besuch der Ausstellung an
manchen Tagen die Zahl von 250 000 Personen wohl erreicht
hat. Die hierdurch eingetretene Mehrproduction ist ebenfalls
leicht ohne jede Störung bewältigt worden. Wir verweisen hier
besonders auf die Diagramme nach Tafel 7 und 8 des Anhangs.
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