Publication:
1891
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364528
Path:

Die Bevölkerung nach dem Hausstandsverhältniß und die Anstalten.
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12. Die Bevölkerung nach dem Hausstandsverhättniß
und die Anstalten.
Die auf Seite 62/64 folgenden Tabellen enthalten die Unterscheidung
der Bevölkerung nach dem Hansstandsverhältniß, wobei die Insassen der
Anstalten von den in Haushaltungen bez. als einzelne lebenden Personen ge
trennt behandelt sind (s. oben S. 2/3).
Die Zahl der Familien Häupter ist von 401 Promille sämmtlicher
Haushaltungs-Mitglieder im Jahre 1880 bei der nächsten Zählung ans 405
und im Jahre 1890 auf 410 Proinille gestiegen. In der Zunahme der ein
zelnen Kategorien, aus welchen sich die Haushaltungen zusammensetzen, zeigen
sich große Unterschiede. So sind die Dienstboten (incl. Wirthschafterinnen
und deren Kinder) zwar in größerer Zahl vorhanden als bei den Vor
zählungen, aber relativ haben dieselben abgenommen; während sie nämlich
1880 57.4 Promille der Bevölkerung ausmachten, betrugen sie 1885 nur
55.9 und 1890 nur 51.4 Promille. Auf die Standesamts-Bezirke
vertheilen sich die Dienstboten sehr ungleichmäßig, relativ die meisten Dienst
boten sind im III. Standesamt (Friedrichs- und Schöneberger Vorstadt),
diesem folgen St.-A. II. (Friedrichstadt), I. (Altstadt rc.), VI. (Luisenstadt
diesseits und Neu-Cöln), IX, XII. und IV.; die wenigsten Dienstboten wurden
in der Luisenstadt jens. d. Canals östlich (St.-A.-Bez. Vb) gefunden.
Die Zahl der Schlafgänger, welche für die Wohnverhältnisse der
arbeitenden Classen in Berlin bezeichnend ist, hat von 59 087 im Jahre 1880
auf 84 687 im Jahre 1885 und 95 365 im Jahre 1890 zugenommen. Im
Vergleich mit der Gesammtheit sind sie dagegen weniger zahlreich als früher.
Der Antheil war 1890 60.8 Promille gegen 64.4 bei der Zählung von
1885 und 52.6 1880; doch ist nur der Antheil der weiblichen Schlafgänger
erheblich zurückgegangen, während der der männlichen fast der gleiche ge
blieben ist. Die meisten Schlafgänger wurden in der jenseiügen Luisenstadt
westlicher Theil und im westlichen Stralauer Viertel gezählt; die wenigsten
im III. Standesamt und demnächst auf dem Wedding.
Unter den 1763 Personen in sonstigen Stellungen gegen Bezahlung im
Haushalt sind 655 Kutscher, 323 Stützen der Hausfrau, 251 Gesellschafte
rinnen, 74 Repräsentantinnen, 65 Kinderfräulein, 52 Kammerjungfern, 40
Krankenwärterinnen, 15 Portiers, 14 Stallmänner, 12 Geschäftsführer, 12
Kinderpflegerinnen rc.; unter den 681 sonstigen Personen im Haushalt sind
373 Offizierburschen, 42 männl. und 12 weibl. Compagnons, 38 weibl. und
34 männl. Mündel, 30 Diakonissen, 23 bez. 11 erwachsene Pflegetöchter
und Pflegesühne, 14 Freundinnen rc.
Von der Gesammtbevölkerung wurden 32 496 männliche und 11423
weibliche Personen außerhalb eigentlicher Haushaltungen in Anstalten
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