Publication:
1891
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364528
Path:

46
Muttersprache, mit Alter, Confession und Staatsangehörigkeit.
10. Muttersprache, mit Atter, Confession und
StaatsangehörigKeit.
Die Aufnahme der Muttersprache hat, und zwar auf Veranlassung des
Königl. Preußischen Statistischen Bureaus, bei dieser Volkszählung in
Berlin zum ersten Male stattgefunden, und zwar in Verbindung mit der
Altcrsauszählung in fünfjährigen Gruppen, sowie in Verbindung mit der
Confession und mit der Staatsangehörigkeit. Die nach diesen Gesichts
punkten entwickelten Tabellen sind unter Ausnahme der wesentlichsten Ru
briken der Muttersprache in die Vorspalte für Combinatton mit dem Alter
auf S. 52/53, für die mit der Confession auf S. 49/51, mit der Staats
angehörigkeit auf S. 54/56 zusammengefaßt.
In der Special-Auszählung sind alle auf den Zählkarten vertretenen Sprachen
unterschieden worden; sie erstreckte sich auch auf diejenigen Slawischen Dialekte,
welche ausdrücklich auf der Zählkarte zum Zweck der Unterstreichung benannt
waren. Diese Dialekte sind hier jedoch nach Sprachen zusammengefaßt, da
abgesehen von der geringeren Correctheit einer solchen Bezeichnung die Unter
scheidung für Berlin jedenfalls kein besonderes Interesse darbot.
Eine Schwierigkeit erwuchs daraus, daß, wie schon aus der Tabelle
hervorgeht, jedoch in noch weit größerem Umfange stattgefunden hat, viele
Einwohner statt einer Muttersprache zwei, eine erhebliche Anzahl drei, ein
zelne vier oder fünf Muttersprachen aufgeschrieben oder unterstrichen, mit
einem Worte statt der Muttersprache ihre Sprachkenntniß kundgegeben hatten.
Soweit hierbei Deutsch neben der Angabe einer anderen Sprache unter
strichen war, schien es zweckmäßig, diese Zweisprachigen als besondere Classe
aufzuführen; denn wenn auch in der überwiegenden Zahl der Fälle, na
mentlich bei solchen Inländern, welche zugleich Wendisch, Polnisch, Littauisch
sprechen, vermuthet werden kann, daß Deutsch nicht ihre Muttersprache ist,
so wird es doch auch Fälle geben, in denen der Deutsche aus Vorliebe für
eine ihm bekannte fremde Sprache diese neben seiner Muttersprache unter
strichen oder aufgetragen hat.
Alle andern Fälle, wo zwei oder mehr Sprachen angegeben waren, sind
bei der Auszählung so behandelt worden, daß, wo neben einer Schriftsprache
eine Mundart bezeichnet war, die letztere den Vorzug erhielt, wo zwei Schrift
sprachen bezeichnet waren, von denen die eine Landessprache ist, die andere
nicht, die letztere vorgezogen wurde, ebenso wenn die eine Sprache eine
Cultursprache war, die andere nicht; bei mehreren Cultursprachen wurde
derjenigen der Vorzug gegeben, deren Erlernung weniger allgemein war.
Top of page

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.