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Volume 2. Die Bevölkerung nach Standesämtern und Stadttheilen

Full text: Einstweilige Ergebnisse der Volkszählung vom ... in der Stadt Berlin (Public Domain) Issue1890 (Public Domain)

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Die Bevölkerung nach Standesämtern und Stadttheilen. 
im Osten und Süden durch den Luisenstädtischen und Landwehr-Canal bis 
zürn Belle-Alliance-Platz begrenzt. Auch das hier im Osten anschließende 
Standesamt Va (bis zur Lausitzer- und Eisenbahnstraße) dürfte bald das 
Maximum der Bevölkerungszunahme erreicht haben. Wenigstens ist das 
Zunahmeverhältniß schon gering, und zwar schon geringer als in der vor 
ausgegangenen Volkszählungsperiode. Standesamt Vb, die südöstlichste Ecke 
Berlins am Görlitzer Bahnhof, weist dann wieder das für dies ohnehin 
schon eng bewohnte Arbeiterviertel kolossale Zunahrneverhältniß von 62 Proc. 
(gegen 89 von 1880 bis 1885) auf. Dieser Stadttheil ist nach den Vor 
orten hin auf der einen Seite durch den Treptower Park, im Süden durch 
den Canal, welcher hier nirgends überbrückt ist, abgeschlossen. So staut sich 
die Bevölkerung gewissermaßen in diesem östlichsten Theile der Luisenstadt. 
Die Bevölkerung des im Süden an den Mittelpunkt I, II und VI an 
schließenden Standesamts IV, bis zu den Geleisen der Potsdamer Bahn 
reichend und den Potsdamer Bahnhof mit einschließend, im Süden von den 
Vororten begrenzt, hat sich um mehr als ein Drittel vergrößert, während schon 
1880 bis 1885 das Zunahmeverhältniß fast ebenso groß war. Die Lage dieses 
Standesamts wie des im Westen anschließenden, ebenfalls an der Peripherie 
liegenden Standesamts IH bis zum Brandenburger Thor und der Charlotten 
burger Chaussee ist günstiger wegen der unmittelbar anliegenden und bequein 
verbundenen Vororte Charlottenburg und Schöneberg. So ist das Zunahme 
verhältniß bei III von 32 Proc. in den Jahren 1880 bis 1885 auf 15 in 
den Jahren 1885 bis 1890 gesunken. Nördlich von der Charlottenburger 
Chaussee bis zur Spree herauf liegt die Thiergarten-Vorstadt, deren Be 
völkerung um 88 Proc. zugenommen hat, wesentlich in Folge stärkerer 
Bebauung des nach Charlottenburg und Moabit zu belegeneu Theils. Noch 
stärker und zwar am stärksten ist die Vermehrung der Bevölkerung in 
Moabit: 94 Proc. gegen 62 in der Periode 1880/1885. Moabit weist jetzt 
bereits 93 463 Einwohner auf, gegen 19 351 im Jahre 1871. Die im 
Norden des Centrums I, II, VI anschließende Friedrich-Wilhelmstadt steht 
auch bald auf dem Punkte des Rückgangs, die Zunahme betrug nur noch 
5 Proc. gegen 9 in der vorausgegangenen Periode. Das dann weiter an 
schließende Standesamt IX, das Spandauer Viertel, bis zur Elsässer- und 
Lothringerstraße im Norden und Prenzlauer im Osten hat ebenfalls nur 
mäßig zugenommen: 8 Proc. gegen 9 in dem früheren Jahrfünft. Mehr 
nach der Peripherie zu liegen hier die Standesämter Xa und XI. Ersteres, 
die südliche Rosenthaler Vorstadt, hat nur um 5 Proc. gegen 22 in der 
Periode 1880/1885 zugenommen, letzteres, die Oranienburger Vorstadt, um 
18 gegen 17 Proc., ganz an der Peripherie liegt dann die nördliche Rosen 
thaler Vorstadt mit 62 und der Wedding mit 37 Proc. Zunahme. Im 
Osten liegt zwischen dem äußeren Standesamt VHb, dem östlichen Stra-
	        
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