Path:
Strecke 1. Berlin - Potsdam - Brandenburg - Rathenow - Sandau - Havelberg - Neu-Schrepkow - Perleberg - Grabow 201,95 km

Full text: Zwischen Elbe und Oder

69,14 
16 — 
69,14 km 
Küster Dom 70. Der von Kaiser Otto d. Gr. erbaute Dom 
stand an Stelle der s Petrikapelle. Die eheml. Stiftsgebäude 
in. Resten des Kreuzganges enthalten die Ritterakademie, bis 
1862 mark. Junkersehule. jetzt Gymn. m. Alumnat. lieber den 
Mühlendamm am 1411 erbauten Mühlenthorturm vorüber zum 
Neust. Markt zurück. Iu der Schützenstr, dicht am Bahnhof 
die mächtigen Gebäude der Brennabor - Fahrradwerke u. 
gegenüber die Gebr. Reichstein’sche Korbwarenfabrik. Be 
sichtigung nach vorher eingeholter Erlaubnis gestattet. 
Geschichte: B. war ursprgl. Niederlassung germ. Semnonen- 
häuptlinge u. wird als Brandinaburga in der Wilkinasage als 
Sitz des Jarl Iron genannt. Von den slaw. Havellern ein 
genommen, wird Brennabor d. i. „Waldburg“ zuerst geschichtl. 
als befestigter Hauptplatz durch die Eroberung Kaiser Hein 
richs I. 928 genannt. Otto d. Gr. gründete hier 949 ein Bistum, 
das zum raschen Emporblühen beitrug, aber B. ging im grossen 
Wendenaufstande 983 wieder an diese verloren bis ins 12. Jahr 
hundert hinein. 1167 verdrängte Albrecht der Bär die unter 
Jaczo’s Führung B. von neuem erobernden Wenden endgültig 
u. 1161 wurde v. Bischof Wilmar auf der Dominsel das Bistum 
neu gestiftet u. 1165 die Prämonstratenser dorthin berufen. Als 
aus Parduin — Pribislavs ehemal. Residenz — die nachmalige 
Altstadt u. aus dem sogen. Deutschen Dorfe die Neustadt sich 
entwickelte, vergrösserte B. sich ausserordentlich, sodass die 
beiden Städte mit vielen Privilegien ausgestattet wurden, so 
mit dem Schöppenstuhl 1315, der als höchste Appellations- 
instauz für ganz Deutschland galt u. erst 1817 offiziell auf 
gehoben wurde. Von den Plauer Quitzow’s hart bedrängt, 
huldigten die beiden Städte dem Burggraf Friedrich I 1412 
zuerst, in der vergeblichen Hoffnung Hauptstadt des neuen 
Kurfürstentums zu werden. — An der Reformationsbewegung 
war B. durch den Bischof Mathias von Jagow besonders 
beteiligt. Während des 30jährg. Krieges war Mansfeld wie 
Wallenstein 1626 in B. u. Schweden u. Kaiserliche brand 
schatzten die Stadt abwechselnd. 1751 wurden Alt- u. Neustadt 
vereinigt. Im November u. Dezember 1848 tagte im Dom die 
Nationalversammlung bis zu ihrer Auflösung. 
Abzug, vom Markt: 
I. nö nach Nauen 34 km. Am Markt durch die Mühlenthorstr. 
u. Mühlendamm über den Dom u. durch die Rrakauerstr. 
Bis Kl.-Kreuz schlechte Chaussee. 
II. ö nach Gr.-Kreuz, vgl. den Hermarsch. 
III. s nach Belzig 31,6 km. Durch die St. Annenstr u. Pots- 
damerstr bis zu den Schmerzker Ausbauten, h. s auf schlechter 
bergiger Chaussee. 
IV. 8w nach Görzke 31,85 km. Durch die Steinstr, Steinthor, 
Jacobsstr u. Wilhelmsdorferstr guter Weg 
V. iv Seitentour nach Genthin 27,77 km schlechtes Pflaster u. 
Chaussee. Durch die Stein- u. Jacobsstr r in die Bauhofstr. 
über die Havelbrücke, r am Kirchhof u. Strafanstalt entlang zur 
1.6 Magdeburgerstr. am Fusse des Marienberges am 
Garnisonlazaret, Füsilier- u. Kürassierkaserne u. Militärgefängnis 
vorüber, das 
2,8 Vorw. Wilhelmshof am Quenz-See u. das 
1.4 Chauss e eh aus in dem Gördener Forst passierend zur Kol. 
2.5 Planer Hof m. 174 Einw. und weiter an Margaretenhof 
vorüber, die Havelbrücke kreuzend, nach 
2 Plaue (27 m) Stadt, Rtg. u. Schloss m. 2360 Einw. am Plauer 
See u. Havel gelegen. Grosser Ziegeleibetrieb, rege Schifffahrt-
	        
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