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Full text: Jahresbericht ... (Rights reserved) Issue 2019 (Rights reserved)

WEED J 2019 JAHRESBERICHT 2019 1 WEED J 2019 Vorwort Liebe Mitglieder, liebe Leserin, lieber Leser, vergangenes Jahr hat niemand wissen können, welch dramatischen Einschnitt wir mit der Covid‐19‐Pandemie gerade erleben. Alle Prognosen für das politische Jahr 2020 sind obsolet geworden. Während die sozialen und wirtschaftlichen Ein‐ und Umbrü‐ che konstruktiv genutzt werden könnten und die Krise politische Denk‐ und Handlungsräume zur Gestaltung einer sozial und ökologisch nachhaltigen Zukunft eröffnet, werden leider auch wichtige Initiativen ausgebremst. So wurde die Diskussion um ein neues Lieferkettengesetz ausgebremst. Diese hatte 2019 durch eine von uns mit angestoßene Kampagne begonnen. Wir hoffen, dass sich 2020 schließlich doch noch als das Jahr erweisen wird, in dem die Konzerne in die Pflicht genommen werden, Arbeits– und Menschenrechtsverletzungen in ihren Lieferketten zu beseitigen. Neben der übergreifenden Arbeit zu den Konzernen setzten wir unsere Arbeit in diversen Sektoren fort, besonders bei IT, Na‐ tursteinen und Sportartikeln. Zu Rohstoffen brachten wir uns unter anderem mit einer Konferenz in die Diskussion über die Umsetzung neuer EU‐Gesetze ein . Bei Sportartikeln erreichten wir zusammen mit anderen, dass in Berlin eine Kompetenzstelle zu fairer Beschaffung eingerichtet und in Zukunft nur faire Bälle eingekauft werden. Ein Beispiel, das hoffentlich Schule machen wird. Außerdem trugen wir das Thema weiter in Schulen, um die Schülerinnen und Schüler, aber auch die Lehrer und Lehrerin‐ nen kritisch über die Realität globaler Lieferketten zu informieren und sie dazu anzuregen, sich weiter mit diesem Thema zu befassen. Um Menschenrechtsverletzungen, aber auch um Schulden und verschwendete öffentliche Gelder, ging es in der Arbeit zur Fi‐ nanzierung von Infrastruktur. Unsere Aufbauarbeit der letzten Jahre mündete im Herbst 2019 in einer großen Konferenz zum „Risikogeschäft Öffentlich‐Private Partnerschaft“, die wir gemeinsam mit mehreren anderen Stiftungen und Organisationen ausrichteten. Es zeigt sich, dass die Weltbank, die unverdrossen auf private Partner für Energiestrukturen oder Straßen setzt, selbst vom Internationalen Währungsfonds und der Wissenschaft Gegenwind bekommt. Zu mehr Transparenz bei Unternehmen und bei Immobilienkäufen trug unsere Arbeit zur Geldwäschebekämpfung bei. Es wird zukünftig für Kriminelle und Korrupte aus der ganzen Welt schwerer sein, ihr Geld in Deutschland zu waschen. Unser Engagement wird ermöglicht durch unsere Spender*innen, Mitglieder und Förderinstitutionen. Vielen Dank dafür! Bitte unterstützen Sie uns auch weiterhin. Kommen Sie zur nächsten Mitgliederversammlung am 26.9.2020 in Berlin. Falls Sie es noch nicht sind: Werden Sie WEED‐Mitglied! Solidarische Grüße Dr. Hildegard Scheu (Vereinsvorsitzende) 2 WEED J 2019 Inhalt 4 Rohstoffe und Unternehmensverantwortung 5 Sozial verantwortlicher öffentlicher Einkauf 7 Globales Lernen 8 Finanzmärkte und Infrastruktur 9 Steuergerech gkeit und Geldwäschebekämpfung 10 Wo war WEED 2019 ak v? 11 Veranstaltungen und Vorträge 2019 12 Publika onen 2019 13 WEED in der Presse 2019 (Auswahl) 14 Netzwerke und Advocacy‐Arbeit 15 Finanzen 18 Vorstand und Mitarbeiter*innen 20 Impressum 3 WEED J 2019 Rohstoffe und Unternehmensverantwortung Wie zentral die Forderung nach verbindlichen men‐ schenrechtlichen Vorgaben für global agierende Unter‐ nehmen ist, zeigte sich Anfang des Jahres abermals in erschreckender Weise: In der brasilianischen Gemein‐ de Brumadinho brach der Damm eines Rückhaltebe‐ ckens für Minenschlämme einer Eisenerzmine, wodurch mindestens 272 Menschen in den Tod geris‐ sen und das umliegende Tal durch den schwermetall‐ hal gen Schlamm kontaminiert wurde. Nur wenige Monate zuvor ha e ein Tochterunternehmen des deutschen Zer fizierers TÜV Süd – nach derzei gen Erkenntnissen entgegen besseren Wissens – im Au rag des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale die Sicher‐ heit des Damms zer fiziert. rung für mehr Transparenz und für wirksame Sank o‐ nen eingesetzt. Trotz einem erneuten gemeinsamen Vorstoß mit weiteren europäischen NGOs ist dies nur teilweise gelungen. 2019 startete auch die Ini a ve Lieferke engesetz – ein breites zivilgesellscha liches Bündnis, das WEED mit gegründet hat und an dem sich zahlreiche Men‐ schenrechts‐, Entwicklungs‐ und Umweltorganisa o‐ nen sowie Gewerkscha en und Kirchen beteiligen. Freiwillig kommen Unternehmen ihrer Verantwortung für Menschenrechte und Umweltschutz in ihrer Liefer‐ ke e nicht ausreichend nach. Deshalb fordern wir ein Lieferke engesetz, das Pflichten, Ha ung und Konse‐ quenzen eindeu g regelt. Unsere deutschlandweite Pe on für ein Lieferke engesetz ha en Ende des Jah‐ res schon mehr als 80.000 Menschen unterzeichnet. Welche Anforderungen ein wirksames Lieferke enge‐ setz erfüllen muss und wie diese Anforderungen im deutschen Rechtssystem umgesetzt werden können, damit setzt sich WEED weiter intensiv zusammen mit den Bündnispartnern auseinander. Hierüber berichtete eine unserer Referen nnen ein‐ drucksvoll bei unserer Fachkonferenz „Rohsto unger – Rohstofffluch“, die wir im März zusammen mit der Friedrich‐Ebert‐S ung in Berlin veranstalteten. Hier stand zur Diskussion, welche Verantwortung und wel‐ che Handlungsop onen verschiedene Akteure in der Lieferke e haben und welche Rolle Industrieini a ven und Zer fizierungsorganisa onen spielen. Ein weiteres Thema war die Konfliktmineralien‐Verordnung der EU, über deren Umsetzung in Deutschland wir u. a. mit dem Leiter des federführenden Referats im Bundes‐ wirtscha sministeriums disku erten. Auch wenn sich ein Gesetz mit verbindlichen men‐ schenrechtlichen Sorgfaltspflichten durchsetzt, braucht es für jede Branche Konkre sierungen zur Umsetzung. Daher hat WEED sich zusammen mit anderen NGOs entschlossen, sich am Branchendialog zur Autoindust‐ rie im Rahmen des Na onalen Ak onsplans für Wirt‐ scha und Menschenrechte (NAP). Im NAP sieht die Bundesregierung vor, mithilfe sogenannter Mul ‐ Stakeholder‐Foren branchenspezifische Handlungsan‐ leitungen und Best‐Prac ce‐Beispiele zu menschen‐ rechtlichen Sorgfaltspflichten für deutsche Risikobran‐ chen zu erarbeiten. Auf der kri schen Begleitung der Konkre sierungen zur Konfliktmineralien‐Verordnung lag 2019 ein Schwerpunkt von WEED. Ab dem 1.1.2021 werden EU‐ Importeure der Rohstoffe Coltan, Gold, Zinn und Wolf‐ ram verpflichtet sein, bes mmte menschenrechtliche Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Konflikten durchzuführen. Der Anfang Juni 2019 vom Bundeswirt‐ scha sministerium (BMWi) vorgelegte Referentenent‐ wurf für ein Durchführungsgesetz wurde dem Verspre‐ chen des Koali onsvertrages, die EU‐Verordnung „mit starken Durchsetzungsbes mmungen“ in na onales Recht umzusetzen, nicht gerecht. WEED hat sich in vie‐ len Gespräche und mit Stellungnahmen zum Referen‐ tenentwurf und zur Rohstoffstrategie der Bundesregie‐ Verantwortlich: Annelie Evermann 4 WEED J 2019 Sozial verantwortlicher öffentlicher Einkauf 2019 ging das 2017 gemeinsam mit der Christlichen Ini a ve Romero (CIR e.V.) gestartete Projekt „Berlin handle! Fair!“ erfolgreich zu Ende. Ziel des Projektes war es, sozial verantwortliche Kriterien in der Be‐ schaffung stärker zu verankern und mehrere Pilotpro‐ jekte anzuschieben, in denen konkrete Nachweise für die Einhaltung der ILO‐Kernarbeitsnormen für soge‐ nannte sensible Produkte eingereicht werden. Darüber hinaus sollte auf Landesebene eine stärkere strukturel‐ le Verankerung der sozial verantwortlichen Be‐ schaffung angestoßen werden. Als das Projekt Mi e 2017 startete, wurden öffentliche Ausschreibungen standardmäßig v. a. mit dem Zusatz „Einhaltung der ILO‐Kernarbeitsnormen“ versehen. Nachgeprü wurden die von den Bietern eingereich‐ ten Eigenerklärungen (meist wurden diese eingereicht) jedoch in der Regel nicht. Deshalb setzten wir uns da‐ für ein, dass bei der Reform des Berliner Ausschrei‐ bungs‐ und Vergabegesetzes (welches im April 2020 verabschiedet wurde) Nachhal gkeitskriterien ver‐ bindlicher eingefordert werden als bisher. Unterschri enübergabe an Wirtscha ssenatorin Ramona Pop durch WEED‐Referen nnen Tina Haupt und Juliane Kühnrich veröffentlichten wir auf der FAIRgabe‐Bündnis Website. WEED wurde auch 2019 wieder in Gesprächen u. a. über die Aufnahme von weiteren Vorgaben bezüglich der Einhaltung menschen‐ und arbeitsrechtlicher Krite‐ rien im BerlAVG von der Senatsverwaltung für Wirt‐ scha konsul ert. Bei der Novellierung des Gesetzes erstellte WEED auch gemeinsam mit dem FAIRgabe‐Bündnis ein poli sches Forderungspapier zur Ausarbeitung eines Ak onsplans und der Einrichtung einer Kompetenzstelle für sozial verantwortliche Beschaffung als erste konkrete Umset‐ zungsschri e. Die Einrichtung einer Kompetenzstelle wurde im Haushalt 2020/2021 berücksich gt und soll jährlich mit 150.000 Euro gefördert werden. Inzwischen hat sich einiges in Berlin bewegt. Es sind verschiedene Pilotprojekte angestoßen und durchge‐ führt worden, bei denen in Ausschreibungen konkrete soziale Kriterien eingefordert wurden, die über die ILO ‐Kernarbeitsnormen hinausgehen und zu einer Verbes‐ serung der Arbeitsbedingungen in den Ländern beitra‐ gen, in denen ein Großteil der hier eingekau en Wa‐ ren hergestellt werden. Es gab drei größere Ausschrei‐ bungen von Bauleistungen mit Natursteinen aus sozial verantwortlicher Produk on sowie eine Ausschreibung von Fußbällen aus Fairem Handel, bei denen WEED fachlich beraten hat. 2019 unterstützte WEED v. a. bei der Überprüfung und Kontrolle der Einhaltung der in Bauausschreibungen geforderten Kriterien. Am 6. November 2019 veranstalteten WEED und die CIR in Koopera on mit dem Berliner FAIRgabe‐Bündnis die Konferenz „FAIRBESSER BERLIN! Sozial verantwort‐ liche Beschaffung umsetzen“ mit ca. 50 Teilneh‐ mer*innen. Auf der Konferenz wurden die Pilotaus‐ schreibungen zu fairer Beschaffung vorgestellt und das Engagement von einzelnen Verwaltungsmitarbei‐ ter*innen in der sozial verantwortlichen Beschaffung gewürdigt. Poten ale für die faire Beschaffung in Berlin wurden in einer Podiumsdiskussion u. a. mit Staatssek‐ retär Rickerts erörtert. Geplant sei beispielsweise, faire Beschaffung in den Lehrplänen der Berliner Verwaltung Im Jahr 2019 erarbeitete WEED gemeinsam mit dem Berliner FAIRgabe‐Bündnis eine Stellungnahme zum Referentenentwurf zur Novellierung des Berliner Aus‐ schreibungs‐ und Vergabegesetzes (BerlAVG). Die Stellungnahme und dazugehörige Pressemi eilung 5 WEED J 2019 zu verankern. Darüber hinaus sagte er zu, dass die Kompetenzen und Einsatzmöglichkeiten der Kontroll‐ gruppe noch weiter ausgebaut werden sollten und die Erstellung von Verwaltungsvorschri en für soziale Kri‐ terien bereits im Gang sei. 2019 führte WEED zum 5. Mal die Fortbildung an der Verwaltungsakademie Berlin zu sozial verantwortlicher Beschaffung für Verwaltungsmitarbeiter*innen in Ber‐ lin durch, an der auch Mitarbeiter*innen der Kontroll‐ stelle teilnahmen. Bei der Schulung geht es u. a. um folgende Themen: die Vorgaben im Berliner Vergabe‐ gesetz zur fairen Beschaffung, wich ge ILO‐Normen, sensible Produkte in der Beschaffung, Nachweispflich‐ ten, Zer fikate und andere Nachweisformen, den Kompass Nachhal gkeit sowie Rechtsfragen zu sozial verantwortlicher Beschaffung. WEED‐Referen n Annelie Evermann bei IT‐Beschaffungskonferenz in Leipzig © Thomas Puschmann gelungen zur Vorgabe machen und auch die Mitglied‐ staaten dazu auffordern. Passiert ist seitdem nichts. WEED hat dies in mehreren Stellungnahmen und direk‐ ten Gesprächen auf EU‐ und Bundesebene thema siert und Lösungswege aufgezeigt. Parallel haben wir in Schulungen und Beratungsgesprächen Vergabestellen konkret dabei unterstützt, mit prak schen Umsetzungs‐ beispielen voranzugehen. 2019 erstellten wir mehrere Materialien. Dazu gehö‐ ren ein interak ves Handbuch zur sozial Beschaffung von Natursteinen und IT‐Produkten, die Projektdoku‐ menta on „FAIRbesser Berlin! Sozial verantwortliche Beschaffung umsetzen!“ mit einer Bestandsaufnahme, Lernfeldern und Poten alen einer verantwortlichen Beschaffungspraxis in Berlin, der zweimal jährlich er‐ schienene regionale Newsle er „Faire Beschaffung und Faire Bezirke“ sowie Interviews aus der Praxis mit dem Vorreiterbezirk Friedrichshain‐Kreuzberg. Bundesweit hat WEED sich in bestehende große Fach‐ konferenzen zu IT‐Beschaffung wie den Hamburger Vergabetagen und den beiden großen Berliner Fachta‐ gungen zu Beschaffung eingebracht und dort in Fachfo‐ ren das Thema nachhal ge IT‐Beschaffung mit Be‐ schaffungsverantwortlichen, Poli k und IT‐ Vertreter*innen disku ert. Auch bei Fachgesprächen der IT‐Hersteller und ihrer Verbände, von denen öffent‐ liche Beschaffung immer mehr als Thema wahrgenom‐ men wird, hat WEED sich kri sch eingebracht. Auf Bundes‐ und EU‐Ebene hat sich WEED 2019 wei‐ terhin für eine Umsetzung der schon 2014 angekündig‐ ten Berücksich gung von Konfliktrohstoffen im öffent‐ lichen Einkauf der EU‐Kommission und in Deutschland eingesetzt. Mit der EU‐Konfliktmineralienverordnung werden nur Rohstoff‐Importeure, nicht aber Pro‐ dukthersteller verpflichtet. Diese will die Poli k mit freiwilligen Anreizen ködern, doch noch nicht mal hier setzen sie ihre Vorhaben um: Als begleitende Maßnah‐ me ha e sich die EU‐Kommission in der Mi eilung „Verantwortungsvolle Beschaffung von Mineralien aus Konflikt‐ und Hochrisikogebieten“ dazu bekannt, „Anreize im Rahmen des öffentlichen Beschaffungswe‐ sens“ schaffen zu wollen. Beim eigenen Einkauf von Waren, die die „Konfliktrohstoffe“ Zinn, Tantal, Wolf‐ ram oder Gold enthalten, wollte die EU‐Kommission die Einhaltung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichtre‐ WEED trug beim Stakeholder‐Roundtable Nachhal g‐ keit des Bundeswirtscha sministeriums die Poten ale der nachhal gen Beschaffung und Verbesserungsvor‐ schläge aus Sicht der Zivilgesellscha vor und setzte sich insbesondere für verbindliche Vorgaben und eine konsequentere Umsetzung ein. Auf Bundesebene hat WEED zudem mit einer Stellungnahme zum Referenten‐ entwurf zur Vergabesta s kverordnung erreicht, dass kün ig bundesweit nachgehalten werden muss, ob und welche Nachhal gkeitskriterien bei der Ausschreibung berücksich gt wurden. Verantwortlich: Juliane Kühnrich, Annelie Evermann, Tina Haupt 6 WEED J 2019 Globales Lernen Die Arbeit zu Globalem Lernen lief 2019 im Rahmen unser Projekts zu fairen Bällen. Hauptziel ist es, auf die weiterhin bestehenden Arbeits‐ und Menschenrechts‐ verletzungen in der Produk on von Sportar keln auf‐ merksam zu machen — insbesondere bei Fußbällen und Sportkleidung. verändern. Durch die Bereitstellung der Materialien im EWIK‐Portal, der EPIZ‐Mediathek sowie zum Download auf unserer Seite oder auf Bestellung über uns, konnten und können wir eine große Menge an Lehrkrä en errei‐ chen, die sich für entwicklungspoli sche Lerninhalte interessieren. 2019 wurden 29 Workshops mit Schulkassen (Grundschulen, Integrierte Sekundarschulen und Gym‐ nasien) und Jugendgruppen durchgeführt. Dort konn‐ ten wir Schüler*innen auf spielerische Art und Weise an das Thema globale Lieferke en, nachhal ge Pro‐ duk on und Arbeitsrechte heranführen. Sehr hilfreich war dabei die Zusammenarbeit mit der Kampagne "Berliner Sport – rund um fair!", über die Öffentlich‐ keitsarbeit und Werbung für unsere Angebote ge‐ macht werden konnte. Über die Teilnahme am Berli‐ ner Entwicklungspoli schen Bildungsprogramm (benbi) konnten außerdem viele Lehrkrä e und eine Gruppe Lehramtsanwärter*innen erreicht werden. Mit Infoständen bei Veranstaltungen konnten wir mit unseren Materialien und zur Sensibilisierung für das Thema beigetragen. Die Veranstaltungen waren meis‐ tens im Bereich Sport (z.B. Handball‐WM der Frauen), aber auch bei einem Fairen Schulfest in Berlin sowie beim Weltmädchentag und dem Kongress "fair begeg‐ nen – fair gestalten" waren wir präsent. Einfluss auf den öffentlichen Einkauf nahmen wir im Rahmen der Kampagne „Berliner Sport – rund um fair“, bei der WEED Gründungsmitglied ist. 2019 wurde erreicht, dass durch die Stadt Berlin faire Bälle ausge‐ schrieben wurden und seit März 2019 von Schulen über die Landesvergabestelle bestellt werden können. Eben‐ so standen wir in engem Austausch mit der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und mit dem Landessportbund Berlin, über den Berliner Sportvereine eine Förderung für den Kauf fair produ‐ zierter Bälle erhalten können. Über Workshops hinaus war es das Ziel, Schüler*innen zu Mul plikatoren auszubilden. 2019 konnten 3 Ko‐ opera onsschulen dafür gewonnen werden: Die Grundschule a.d. Bäke Berlin‐Steglitz, die Integrierte Sekundarschule a.d. Haveldüne Berlin‐Spandau und die Ev. Schule Köpenick (Gymnasium). Insgesamt wur‐ den so 61 Schüler*innen erreicht. Die Gruppe, die zu‐ erst angeleitet wurde, hat auch schon erste eigene Projekte an ihrer Schule durchgeführt, nämlich einen plas kfreien Limonadenverkauf mit fair produzierten Zutaten und aus fair gehandelten Kakaobohnen herge‐ stellter Schokolade. Verantwortlich: Johanna Teufel, Katharina Debring, Almut Ihling Ein weiterer Schwerpunkt war die Fer gstellung und Herausgabe von Bildungsmaterialien. Mit einer Hinter‐ grundbroschüre, einem Unterrichtsmaterial und einem Plakat zum „Weg eines Fußballs“ steht nun allen Inte‐ ressierten aktuelles und hochwer ges Material zur Verfügung, um auch unabhängig von WEED für die Thema k zu sensibilisieren und Einkaufsverhalten zu 7 WEED J 2019 Finanzmärkte und Infrastruktur 2019 verschär e sich die Situa on auf den Finanz‐ märkten in vielen ärmeren Staaten der Welt, vor allem durch neue Schuldenberge aus Staats‐ und Unterneh‐ mensanleihen. Eine Ausnahme bildet China, das inzwi‐ schen zu einem der größten Gläubiger ärmerer Staaten geworden ist. Eine Bestandsaufnahme dieser Situa on machten wir auf unserem Vernetzungstreffen zu globa‐ len Finanzmärkten im März 2019. Gast war unter an‐ derem Jomo Kwame Sundaram, Professor in Malaysia und früher UN‐Vizegeneralsekretär, und es gab einen intensiven Austausch mit Vertretern/innen der Bun‐ desministerien für Finanzen sowie für wirtscha liche Zusammenarbeit und Entwicklung. Allerdings ergrei die Poli k keine neuen Maßnahmen gegen Überschul‐ dung und Finanzmark nstabilität: Die G20 haben unter der japanischen Präsidentscha keine Impulse gesetzt und auch sonst gibt es keine starken Ini a ven. Konferenz zu ÖPP am 10.09.2019, Berlin terize them as a problem to date for developing coun‐ tries. […] I would shy away from saying these are a solu‐ on to the financing gap in developing countries.” Ob der IWF in seiner konkreten Poli k konsequent ÖPP vermeidet, sei dahingestellt. Würde man jedenfalls ÖPP ‐Schulden sauber im Staatshaushalt ausweisen, würden sie viel seltener verwendet werden, meinte neben Flanagan auch Professor Holger Mühlenkamp von der Deutschen Universität für Verwaltungswissenscha en. Doch ungeachtet dieser gewich gen Gründe gegen ÖPP verteidigten Elke Baumann vom Bundesfinanzministeri‐ um und Chris na Paul von der Weltbank ÖPP. WEED arbeitet 2020 weiter am Thema. Unsere Arbeit zu „öffentlich‐privaten Partner‐ scha en“ (ÖPP) für Infrastruktur setzten wir 2019 fort. Höhepunkt war im September die Konferenz „Risikogeschä Öffentlich‐Private Partnerscha “, die wir gemeinsam mit Gemeingut in BürgerInnenhand, Heinrich‐Böll‐S ung, Friedrich‐Ebert‐S ung und an‐ deren veranstalteten. Anuradha Munshi vom Center for Financial Accountability in Indien kri sierte dort das von der Weltbank geförderte Kohlekra werk Tata Mundra. Bei diesem ergab sich die Rentabilität des Projekts durch billige indonesische Kohle. Nachdem Indonesien aber seine Kohleexporte verteuerte, lohnte sich das ÖPP für den privaten „Partner“ nicht mehr. Doch sta für seine Fehleinschätzung selbst zu zahlen, verhandelte er nach und bekam mehr Geld vom Staat. So werden durch ÖPP Kohlekra werke erhalten. Bor‐ ges Nhamirre vom Centro de Integridade Publica (CIP) aus Mosambik berichtete, wie sich dort die poli schen Eliten über ÖPP‐Projekte die Taschen füllen. Doch die Kri k kam auch von weniger üblicher Seite: Mark Flanagan vom Interna onalen Währungsfonds sagte unter anderem über ÖPP: „Are these a solu on to SDGs? Well, you know, on balance, I think I’d charac‐ Verantwortlich: Markus Henn 8 WEED J 2019 Steuergerech gkeit und Geldwäschebekämpfung wäscheort und zugleich von dort viel in Immobilien hier inves ert wird. Auch dürfen Notare keinen Immo‐ bilienkauf mehr beurkunden, wo die wahren Käufer nicht iden fizierbar sind. Und Firmen müssen genauer prüfen, wem sie selbst gehören. Jedoch nur, wenn ihnen die Anteilseigner bekannt sind und nur in „angemessenem Umfang“, also mit reichlich Spielraum für eine Umgehung. Alle diese Neuerungen sind im Detail nicht perfekt. Dennoch wird es zukün ig schwe‐ rer, Geld in Deutschland zu waschen. Darüber verfass‐ te WEED zwei ausführliche Hintergrundrecherchen: eine im Au rag von Transparency Interna onal zur Rolle von Banken in großen Korrup onsfällen und eine im Au rag der Generaldirek on Recht der Europäi‐ schen Kommission zu Brie astenfirmen innerhalb der EU und ihrer Wirkung auf Arbeits‐, Sozial‐ und Steuer‐ recht. Das Thema Unternehmenssteuern wurde 2019 weiter auf höchster Ebene verhandelt: Im „Inclusive Frame‐ work“, den die G20 und die OECD 2016 geschaffen ha‐ ben, verhandeln rund 130 Staaten über eine globale Mindestbesteuerung von Konzernen und über die Be‐ steuerung der digitalen Wirtscha . Auch wenn das For‐ mat noch immer kein wirklich globales ist, gelang es den Entwicklungs‐ und Schwellenländern, echten Druck auf die Industriestaaten auszuüben, dass die ungerechte Verteilung der Unternehmensgewinne der Vergangenheit angehören muss. Wie weit dieser Druck reichen wird, blieb aber 2019 offen, zumal die USA wo‐ möglich ganz aus dem Prozess aussteigen könnten. Unsere Arbeit zu Unternehmenssteuern fokussierte sich 2019 auf die Frage der Mindestbesteuerung: Wir verfassten im Au rag der Rosa‐Luxemburg‐S ung eine Studie zu „Sonderwirtscha szonen und Sonder‐ steuern“, die aber erst im Mai 2020 erschien. Dort zei‐ gen wir vor allem anhand von Beispielländern aus Afri‐ ka, wie problema sch Sondersteuern für Unterneh‐ men sind. Meist geht es dabei um zehnjährige Befrei‐ ungen von der Gewinnsteuer. Doch was aus der Ent‐ wicklungsperspek ve des einzelnen Staats ein Weg zu mehr Inves onen und Exporten zu sein scheint, führt nur zu einem ruinösen Niedrigsteuerwe bewerb aller Staaten. Im Netzwerk Steuergerech gkeit, dessen Trägerverein WEED vorsitzt, gelang 2019 ein deutlicher Au au von finanziellen Ressourcen, und ab 2020 werden erstmals mehrere Stellen finanziert. Inhaltlich ging es vor allem um den Cum‐Ex‐Skandal, Geldwäsche sowie entwick‐ lungsbezogene Steuerpoli k. Von WEED, dem Netz‐ werk Steuergerech gkeit und Transparency Interna o‐ nal wurde im Dezember 2019 eine Diskussion zum Steuerskandal „Cum‐Ex“ veranstaltet. Der anwesende Finanzminister Olaf Scholz geriet vor rund 200 Gästen mehrmals in Erklärungsnot, was er wirklich gegen Steu‐ erhinterziehung und Geldwäsche tut. WEED war 2019 auch weiter ak v gegen Geldwäsche. 2019 musst das Geldwäschegesetz wegen neuer EU‐ Vorgaben überarbeitet werden. Wir begleiteten die Überarbeitung mit Stellungnahmen, Gesprächen mit dem Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Ab‐ geordneten sowie bei der Anhörung im Bundestag. Ab 2020 wird nun nicht nur das Register mit allen wahren Eigentümer*innen von Firmen endlich öffentlich, wie es die EU vorgibt. Sondern es müssen sich dann auch alle ausländischen Firmen, die Immobilien in Deutsch‐ land kaufen, in dieses Register eintragen lassen – aller‐ dings nur für Neukäufe und nicht für EU‐Länder, ob‐ wohl gerade Staaten wie Zypern bekannt sind als Geld‐ Verantwortlich: Markus Henn 9 WEED J 2019 Wo war WEED 2019 ak v? 10 WEED J 2019 Veranstaltungen und Vorträge 2019 15.01.2019 Vortrag zu Arbeitsbedingungen in der Spielmi elin‐ dustrie bei Workshopwoche vom Pfefferwerk 07.05.2019 Workshop zu Fairem Handel, Ev. Grundschule Wil‐ mersdorf, Berlin 17.01.2019 Vortrag zu Finanzmärkten auf Konferenz "Material flows and the global division of labor: Inequali es and dependencies in the world economy", Jena 11.05.2019 Workshop zu Steuergerech gkeit bei Stube, Weil der Stadt 15.05.2019 Vortrag zu Steuerflucht bei A ac Aalen 01.01.2019 Infostand Faire Bälle auf FanMeile Handball‐WM 16.05.2019 25.01.2019 Workshop Soziale Nachhal gkeit in der IT‐ Beschaffung" bei Hamburger Vergabetagen Podium zu Geldwäsche und Unternehmenstranspa‐ renz, veranstaltet von TI‐D, Berlin 22.05.2019 Podium zu ÖPP, Humboldt‐Universität, Berlin 31.01.2019 Podium zu Finanzmarktregulierung von Forschungs‐ projekt der Universität Gö ngen, Hamburg 28.05.2019 Vortrag Netzwerktreffen Faire Beschaffung, Würzburg 11.06.2019 13.02.2019 Workshop zu Fairness in der Sportar kelindustrie, für Landessportbund Berlin Vortrag zu Unternehmenssteuern an der Hochschule für Wirtscha und Recht, Berlin 13.06.2019 27.02.2019 Workshop zu Fairness in der Sportar kelindustrie, für Landessportbund Berlin Workshop zu Ballproduk on, Mühlenaugrundschule Zehlendorf, Berlin 03.07.2019 12.03.2019 Workshop zu Wertschöpfungske en und Arbeits‐ rechte, SchülerUni Eberswalde Infostand zu Fairen Bällen beim Public Viewing des WM‐Halbfinales im Frauenfußball 30.07.2019 Infostand Faire Bälle beim Discover Football Fes val 13.03.2019 Workshop zu Fairness in der Sportar kelindustrie, für Landessportbund Berlin 01.08.2019 Modera on eines World Cafés zu Fairem Handel und Lieferke en in der Schule, Ev. Schule Köpenick 15.03.2019 Workshop zu Wertschöpfungske en und Arbeits‐ rechte, SchülerUni Eberswalde 02.08.2019 Workshop zu Fairness in der Sportar kelindustrie, für Deutschen Leichtathle kverband, Berlin 25.03.2019 Veranstaltung WEED in Koopera on mit der FES: "Rohsto unger ‐ Rohstofffluch?", Berlin 10.08.2019 Infostand Faire Bälle, Sommerfest des Viktoria Mi e 26.03.2019 Workshop zu Ballproduk on, SchülerUni FU Berlin 06.09.‐15.11.19 Ausbildung von Schüler*innen zu "BNE‐ Scouts", Schule a. d. Haveldüne, Berlin‐Spandau 27.03.2019 Workshop zu Fairness in der Sportar kelindustrie, für Landessportbund Berlin 10.09.2019 Konferenz "Risikogeschä Öffentlich‐Private Partner‐ scha ", Berlin 28.03.2019 Planspiel zu Fairem Handel in der Sportar kelin‐ dustrie, Gymnasium Grunewald, Berlin 10.09.2019 Workshop zu Ballproduk on nud Arbeitsrechten, SchülerUni FU Berlin 30.03.2019 Podium zur Programmdeba e bei Veranstaltung der Grünen Bundesarbeitsgemeinscha en Wirt‐ scha und Entwicklung, Berlin 13.09.2019 Infostand und Podium beim "Fairen Schulfest", Georg‐ Büchner‐Gymnasium Lichtenrade 01.04.2019 Vortrag zu Geldwäsche bei Immobilien bei Geldwä‐ schetagung des Regierungspräsidiums Darmstadt 19.09.2019 Infostand beim Kongress "fair begegnen ‐ fair gestal‐ ten" Köln, inkl. Vorstellung der Sportkampagne in ei‐ nem Workshop 06.05.2019 Vortag zu Unternehmenssteuern bei European Busi‐ ness School, Berlin 26.09.2019 Vortrag "Konfliktrohstoffe in IT‐Produkten: Hand‐ lungsop onen in der öffentlichen Beschaffung" bei Infora‐Fachtagung zu IT‐Beschaffung 11.10.2019 Infostand Faire Bälle beim Weltmädchentag, Berlin 22.10.2019 Vortrag zum Stand der sozial verantwortlichen Be‐ schaffung in Deutschland für südafrikanische Delega ‐ on kommunaler Vergabeleiter/innen 01.11.2019 Vortrag zu Finanzmärkten, DGB‐Bildungsgruppe, Berlin 04.‐08.11.19 16 Workshops zum Thema Faire Bälle im Rahmen des benbi, FEZ Berlin 13.11.19‐30.06.2020 Ausbildung von Schüler*innen zu "BNE‐ Scouts", Ev. Schule Köpenick 21.11.2019 IT‐Beschaffungskonferenz, Leipzig 11 Infostand bei "Fairem Fußballturnier" des Landessport‐ bunds Berlin WEED J 2019 Publika onen 2019 Infoplakat: (B)All around the world—can we fair it? Unterrichtsmaterial: (B)All around the world— Unterrichtsmaterial zu fairen Bällen Hintergrundbroschüre: (B)All around the world— Spielregeln für die Sportar kelindustrie Hintergrund: Kapitalverkehrskontrollen Autor: Kavaljit Singh, Hrsg. WEED / Madhyam Interak ves Handbuch: „Sozial verantwortliche Beschaffung am Beispiel von Natursteinen und IT‐Produkten Konferenzdokumenta on: FAIRBESSER BERLIN! Sozial verantwortliche Beschaffung umsetzen! Infobla : Öffentliche IT‐Beschaffung: Gütezeichen zu sozialen Kriterien 12 WEED J 2019 WEED in der Presse 2019 (Auswahl) 23.05.2019, n‐tv, Eins mmigkeitsprinzip hemmt notwendige Steuerreform der EU, h ps://www.n‐tv.de/ mediathek/videos/wirtscha /Tesla‐praesen ert‐kugelsicheren‐Elektro‐Pick‐up‐ar cle21410875.html 28.05.2019, WDR Radio, Unternehmensbesteuerung, h ps://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5‐ poli kum‐gespraech/audio‐globale‐besteuerung‐ernst‐nehmen‐100.html 19.07.2019, n‐tv, Umsatzsteuerbetrug, h ps://www.n‐tv.de/mediathek/videos/wirtscha /Funk oniert‐le sche‐ Kassenbon‐Lo erie‐auch‐in‐Deutschland‐ar cle21155306.html 21.8.2019, Chemnitzer Freie Presse, Fast faire Elektronik 22.8.2019, Sächsische Zeitung, In vielen Handys steckt moderne Sklaverei 27.06.2019, Deutschlandfunk, Reingewaschenes Häuschen, h ps://www.deutschlandfunk.de/geldwaesche‐im‐ immobiliensektor‐reingewaschenes‐haeuschen.769.de.html?dram:ar cle_id=452522 24.07.2019, Deutschlandfunk, Öffentliche Au ragsvergabe in Berlin (Interview mit Juliane Kühnrich) 04.09.2019, detektor fm, „Die Makler melden prak sch gar nichts“, h ps://detektor.fm/wirtscha /geldwaesche‐im ‐immobilienmarkt 09/2019, der Freitag, Warten auf Herrn Müller, h ps://www.freitag.de/autoren/zebralogs/warten‐auf‐herrn‐ mueller 10.10.2019, Blickpunkt WiSo, Interview mit Markus Henn, „Mit ÖPP in der Entwicklungspoli k verdienen Konzerne viel Geld – auf Kosten der betroffenen Länder“, h ps://www.blickpunkt‐wiso.de/post/markus‐henn‐mit‐oepp‐in‐ der‐entwicklungspoli k‐verdienen‐konzerne‐viel‐geld‐auf‐kosten‐der‐betroffenen‐laender‐‐2326.html 18.10.2019, Tagesschau, Großbritannien spricht Isle of Man frei, h ps://www.tagesschau.de/inves ga v/ndr‐wdr/ isle‐of‐man‐steuern‐101.html 27.11.2019, Web.de, „Hart aber fair“: Ist die harte Linie gegen Clans nur Show?, h ps://web.de/magazine/poli k/ poli sche‐talkshows/hart‐fair‐harte‐linie‐clans‐show‐34215300 13 WEED J 2019 Netzwerke und Advocacy‐Arbeit WEED ist auf Landes‐, Bundes‐ und europäischer Ebene breit vernetzt und kooperierte auch 2016 mit einer Vielzahl an Organisa onen und Netzwerken. Neben den hier aufgeführten gab es weitere Koopera onen. Initiative Lieferkettengesetz Die Initiative wurde 2019 von WEED mitbegründet, um sich für ein Gesetz zur Verpflichtung von Unternehmen auf Menschenrechtsstandards einzusetzen. Attac WEED – als Mitgründer – arbeitet auch heute noch in Attac‐Zusammenhängen, u. a. im wissenschaftlichen Beirat und in der Bundes‐AG Finanzmärkte & Steuern. Netzwerk Gerechter Welthandel Das Bündnis aus Nichtregierungsorganisa onen aus den Bereichen Landwirtscha , Umwelt, Entwicklungs‐ und Handelspoli k entstand aus dem Bündnis gegen das EU‐US‐Handelsabkommen TTIP und bearbeitet jetzt Handelspoli k in der ganzen Breite. Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag Der Berliner Entwicklungspolitische Ratschlag ist das Netzwerk entwicklungspolitischer Initiativen und Ver‐ eine in Berlin. Er dient der Koordination nach innen und zentralen Interessenvertretung nach außen. Netzwerk Steuergerechtigkeit Das von WEED einige Jahre koordinierte Netzwerk hat inzwischen einen eigenen Trägerverein mit mehreren Stellen. Es ist Teil der „Global Alliance for Tax Justice“. Berliner FAIRgabe‐Bündnis Das von WEED koordinierte Bündnis besteht seit 2007 aus umwelt‐ und entwicklungspoli schen Nichtregie‐ rungsorganisa onen sowie aus Gewerkscha en. Ge‐ meinsam setzen wir uns dafür ein, dass Au räge aus öffentlicher Hand unter Berücksich gung ökologischer, sozialer und fairer Kriterien vergeben werden. Seattle to Brussels Network (S2B) Dieses Netzwerk bringt die in der EU zu Investitions‐ und Handelspolitik aktiven Stakeholder zusammen. WEED ist seit Beginn, also seit 1999, Mitglied. Treaty Alliance Deutschland Durch eine starke Mobilisierung der Zivilgesellscha ist es im Juni 2014 gelungen, dass der UN‐ Menschenrechtsrat mehrheitlich eine Resolu on verab‐ schiedete, die ein verbindliches Abkommen für Unter‐ nehmensverantwortung auf UN‐Ebene zum Ziel hat. WEED setzt sich im Rahmen des Netzwerks Treaty Alli‐ ance Deutschland dafür ein. CorA – Corporate Accountability: Netzwerk für Unter‐ nehmensverantwortung Das Netzwerk setzt sich für verbindliche Regelungen der Unternehmensverantwortung ein. WEED hat CorA mit gegründet und ist im Koordinierungskreis und in der AG Öffentliche Beschaffung aktiv. Erlassjahr Schon lange ist WEED beim Netzwerk Erlassjahr ak v, das sich für Schuldenerlasse und strukturelle Verände‐ rungen der interna onalen Gläubiger‐Schuldner‐ Beziehungen einsetzt. VENRO Der Dachverband der entwicklungspoli schen und hu‐ manitären Nichtregierungsorganisa onen in Deutsch‐ land wurde 1995 gegründet und setzt sich für eine ge‐ rechte Gestaltung der Globalisierung, die Verwirkli‐ chung der Menschenrechte und die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen ein. Forum Umwelt und Entwicklung Das nach Rio 1992 gegründete Bündnis koordiniert die Aktivitäten deutscher Nichtregierungsorganisationen in internationalen Politikprozessen zu nachhaltiger Ent‐ wicklung. Es unterhält Kontakte zu Organisationen aus Entwicklungsländern und begleitet auf UN‐Ebene die nach Rio weiterlaufenden internationalen Arbeiten zu Umwelt und Entwicklung 14 WEED J 2019 Finanzen Der Jahresabschluss wurde von der Solidaris Revisons‐GmbH, Berlin, geprü . Bilanz (in Euro) AKTIVA Sachanlagen 2.789,49 Finanzanlagen 500,00 Anlagevermögen 3.289,49 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.013,65 sonstige Vermögensgegenstände 3.004,35 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 12.018,00 Kassenbestand. Guthaben b. Kreditinstituten. Postgiro 44.902,42 Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten 56.920,42 1.921,72 SUMME AKTIVA 62.131,63 PASSIVA Gewinnrücklagen 62.884,48 Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag -13.490,81 49.393,67 Eigenkapital 8.034,95 Rückstellungen sonstige Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten 4.703,01 4.703,01 SUMME PASSIVA 62.131,63 Einnahmen und Ausgaben Im Jahr 2018 gab WEED 314.497,06 Euro aus und nahm 301.006,25 Euro ein. Es ergab sich ein Fehlbetrag von 13.491 Euro. Ausgaben Personalaufwand Einnahmen 229.459,47 € Zuschüsse, Projekteinnahmen 239.380,43 € Sachaufwand Projekte 32.713,97 € Mitgliedsbeiträge und Spenden 24.387,98 € Betriebliche Aufwendungen 49.544,78 € Sons ge betriebliche Erträge 13.935,09 € Abschreibungen 2.714,75 € Zweckbetrieb / Umsatzerlöse Zinserträge Summe 23.294,10 € 8,65 € 301.006,25 € Materialaufwand Steuern vom Einkommen/Ertrag Summe 63,74 € 0,35 € 314.497,06 € 15 WEED J 2019 Im Jahr 2019 wurden die meisten Ausgaben durch Pro‐ jektmi el finanziert. Spenden und Mitgliedsbeiträge trugen zudem wesentlich zur Deckung der laufenden Kosten bei. Dri mi el WEED erhielt im Jahr 2019 insgesamt 239.380 Euro an Dri mi eln. Den größten Anteil machten dabei die projektgebundenen Gelder des Förderprogrammes für Entwicklungspoli sche Bildung (BMZ), der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (BMZ) sowie die ins tu ‐ onelle Förderung von Brot für die Welt aus. Wir möchten uns hiermit nochmals herzlich bei allen Unterstützer*innen bedanken! Mitglieder und Spender*innen Im Laufe des Jahres sind 17 Mitglieder ausgetreten und 2 neue dazugekommen. Am Ende des Jahres ha e WEED 181 Mitglieder. Aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden erhielt WEED 2019 24.388 Euro. DRITTMITTEL NACH GELDGEBERN 2019 Euro Bundesministerium für wirtscha liche Zusammenarbeit und Entwicklung 150.770 davon Förderprogramm Entwicklungspoli sche Bildung 87.790 davon Servicestelle Kommunen in der Einen Welt 62.980 Brot für die Welt (Projek örderung und Ins tu onelle Förderung) 44.507 Europäische Union 17.103 Landestelle für Entwicklungszusammenarbeit Berlin 16.000 Norddeutsche S ung Umwelt & Entwicklung 16 3.000 WEED J 2019 Vorstand und Mitarbeiter*innen Vereinsvorstand Mitarbeiter*innen Vorsitzende Dr. Hildegard Scheu Psychologin und Poli kwissenscha lerin Arbeitsbereiche: Entwicklungszusammenarbeit Katharina Debring (vormals Drees) Regionalwissenscha lerin Arbeitsbereich: Globales Lernen Annelie Evermann Juris n und Sprachwissenscha lerin Arbeitsbereiche: Wirtscha und Menschenrechte, nachhal ge öffentliche Beschaffung Schatzmeister Hans Rackwitz Soziologe Arbeitsbereiche: Arbeits‐, Industrie‐ und Wirtscha sso‐ ziologie, Finanzmarktkapitalismus Tina Haupt (vormals Gäbler) Geopolitologin Arbeitsbereiche: Nachhal ge Produk on und Be‐ schaffung Beisitzer*innen Doris Peschke Theologin Arbeitsbereiche: Verschuldung, wirtscha liche Ent‐ wicklung Afrikas (v. a. südliches Afrika) Markus Henn Poli kwissenscha ler Arbeitsbereiche: Interna onales Finanzsystem und Steuern Peter Wahl Gesellscha swissenscha ler und Romanist Arbeitsbereiche: Interna onales Finanzsystem, EU Almut Ihling Geographin Arbeitsbereiche: Faire IT‐Produk on, Elektroschro , Erwachsenenbildung Claus Neuberger Volkswirt und Unternehmensberater Arbeitsbereiche: Banken, Wirtscha s‐ und Sozialethik Juliane Kühnrich Poli kwissenscha lerin Arbeitsbereiche: Nachhal ge Produk on und öffentli‐ che Beschaffung, Globales Lernen Jörn‐Uwe Schulz Agrar‐Ingenieur und Buchführungsfachkra Arbeitsbereiche: Sekretariat, Mitgliederverwaltung, Finanz‐ und Lohnbuchhaltung, Projektassistenz 17 WEED J 2019 Absender: __________________________________________________________________ __________________________________________________________________ __________________________________________________________________ WEED e.V. Eldenaer Str. 60 10247 Berlin Bi e senden Sie mir folgende Publika onen zu: Titel Schutzge‐ bühr Investor‐Staat‐Klagen und Finanzdienstleistungen (Hintergrund‐Papier, 2020) kostenlos Hintergrundbroschüre „(B)all around the world“ zur globalen Ballproduk on (2019 kostenlos Infoplakat „(B)all around the world“ zur globalen Ballproduk on (2019) kostenlos Unterrichtsmaterial „(B)all around the world“ zur globalen Ballproduk on (2019) kostenlos Sozial verantwortliche Beschaffung am Beispiel von Natursteinen und IT‐Produkten kostenlos Kapitalverkehrskontrollen (Hintergrund‐Papier, 2019) kostenlos Anzahl Alle Bestellungen sind kostenfrei (inklusive Porto)—über Spenden freuen wir uns ! U A U ! Ich möchte WEED unterstützen, indem ich einmalig / jährlich / monatlich (Unzutreffendes bi e streichen) ______________ Euro spende. Mitglied bei WEED werde. Ich zahle (bi e ankreuzen): o 10,40 Euro/Monat Standard‐Beitrag (124,00 Euro/Jahr) o 5,20 Euro/Monat ermäßigt (62,00 Euro/Jahr, für Geringverdiener*innen, Erwerbslose, Studenten*innen etc.) o 300 Euro/Jahr Förderbeitrag o jährlich o halbjährlich (Zahlungsweise bi e ankreuzen) Ich bin damit einverstanden, die Einladung zur Mitgliederversammlung per Mail zu erhalten. Ich erteile WEED (Gläubiger‐ID DE61ZZZ00000768954) ein SEPA‐Lastschri mandat in oben erklärter Höhe und Weise. Meine Kontodaten sind: Vorname und Name Kontoinhaber__________________________________________________________ Bankname: ____________________________________________ BIC: ____________________________ IBAN (bi e deutlich schreiben): ____________________________________________________________ E‐Mail (bi e deutlich schreiben): ___________________________________________________________ Ort, Datum: ___________________________________ Unterschri : _____________________________ 18 WEED J 2019 19 WEED J 2019 Impressum Informieren Mit dem Newsle er von WEED sind Sie gut informiert. Einfach kostenlos bestellen: www.weed‐online.org/mailing listen/weednews Netzwerken Rund 1.900 Menschen folgen Weltwirtscha , Ökologie & Entwicklung auf Facebook – sind Sie einer von ihnen? www.facebook.com/weed.ngo www.twi er.com/WEED_eV WEED Jahresbericht 2019 Herausgeber: WEED – Weltwirtscha , Ökologie & Entwicklung e.V. Eldenaer Straße 60 D ‐ 10247 Berlin Tel.: +49 ‐ (0)30 ‐ 27 58 21 63 kontakt@weed‐online.org www.weed‐online.org Berlin, Juni 2020 Sehen Auf unserem YouTube‐Kanal gibt es spannende Berichte und Videos aus allen Themenbereichen, die wir bearbeiten. www.youtube.com/user/WEEDnetz Unterstützen Es gibt viel zu tun, um Globalisierung für alle Menschen gerecht zu gestalten. Um auch kri sche Themen unabhängig bearbeiten zu können, brauchen wir Ihre Unterstützung! Werden Sie WEED‐Mitglied! www.weed‐online.org/about/spenden 20
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