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Beigefügtes Werk

Full text : Führer durch die Sonder-Ausstellung von Berolinensien des Vereins für die Geschichte Berlins (Public Domain)

Is  im  Laufe  des  vorigen  Jahres  der  Gedanke  angeregt  wurde,  den  Be.
fuchern  der  Gewerbe-Ausstellung  ein  Bild  des  alten  Berlin  aus  der
Zeit,  wo  es  noch  kurfürstliche  Residenz  war,  vorzuführen  in  ähnlicher
Weife,  wie  man  an  anderer  Stelle  das  alte  'Antwerpen  mit  vielem  Erfolg  hatte
wiedererstehen  lassen,  wurden  bei  näherem  Eingehen  auf  den  Gedanken  zunächst
große  Bedenken  laut.  Was  würde  man  bieten  können?  Jenes  Berlin  war,  wie
man  weiß,  ein  bescheidenes  Städtchen,  ziemlich  nüchtern  und  kunstlos  aufgebaut,
ohne  Eigenthümlichkeiten,  wenig  unterschieden  von  vielen  anderen  kleinen  Landstädten ­
  im  Osten  der  Elbe.  Würden  die  Besucher  Geschmack  daran  finden?  Cs
handelte  sich  ja  nicht  um  eine  der  alten  deutschen  Reichs-  oder  Bischofsstädte
mit  ihrer  reichen  Auswahl  an  schönen  Patrizierhäusern  und  mannigfachen  Kunstbauten, ­
  die  uns  in  Wirklichkeit  und  im  Bilde  überliefert  sind.
Nun  vermag  allerdings  ein  gewandter  Architekt  sich  zu  helfen  und  das
Unscheinbare  anziehend  zu  gestalten,  aber  man  müßte  doch  bei  solchem  Vorhaben
in  erster  Linie  nicht  auf  Dichtung,  sondern  auf  Wahrheit  bedacht  sein.  Und  wenn
man  vor  Allem  auf  Wahrheit  ausgehen  will,  dann  kam  die  andere  Erwägung:
wissen  wir  denn  noch  genug  über  das  Aeußerc  des  mittelalterlichen  Berlin?  Was
steht  noch,  woran  man  sich  halten  könnte,  was  ist  außerdem  in  Beschreibung  oder
Abbildung  erhalten,  das  für  den  vorliegenden  Zweck  ausreichte?
Allen  Zweifeln  und  Bedenken  gegenüber  siegte  indessen  doch  die  Ueberzeugung, ­
  daß  man  getrost  wagen  dürfte.  Wohl  mit  Recht.  'Auch  wenn  sich,  ohne
der  Phantasie  zu  sehr  die  Zügel  zu  überlassen,  aus  dem  alten  Berlin  weiter  nichts
machen  ließe  als  ein  alterthümliches  märkisches  Städtchen,  so  würde  schon  der
Gegensatz  zwischen  ihm  und  der  heutigen  Weltstadt,  zu  der  es  nach  wenigen  Jahrbunderten
  emporgewachsen  war,  vielseitiges  Interesse  erregen.  Ulan  durfte  sich
dabei  zugleich  noch  auf  ein  anderes  Uloment  verlassen,  in  das  der  Architekt,  der  den
Aufbau  unternehmen  wollte,  Herr  hofsacker,  großes  vertrauen  setzte,  den
malerischen  Charakter  der  alte»  Stadt;  hierüber  werden  wir  uns  weiter  unten  noch
einige  Bemerkungen  gestatten.
            
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