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Mittheilungen über die Tabakkultur in verschiedenen Ländern der Erde

Full text: Spezial-Katalog des Tabak-Museums von Loeser & Wolff auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896

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das Tabak-Museum der Firma Loeser & Wolff auf der Berliner 
Gewerbeausstellung gelesen. 
Außerordentlich interessirt hat es mich, durch den Bericht 
erfahren zu haben, dafs die genannte Firma die Absicht hat, 
das ganze Tabak-Museum, nach Sehlufs der Ausstellung, der 
Stadt Berlin als Geschenk anzubieten. Ich möchte wünschen, 
dafs dies mit Erfolg geschehe, d. h., dafs die Stadt Berlin bei 
Annahme des Geschenkes zugleich auch die Mittel flüssig mache, 
durch welche das Museum erhalten werden kann. Ich würde 
dann die Hoffnung hegen können, dafs dieser Schritt zur Bildung 
eines grofsen Handelsgeographischen Museums führte, welches 
eine sehr werthvolle Ergänzung unserer Lehrmittel zu bilden 
im Stande wäre. Unsere deutschen Handelsgeographischen Ge 
sellschaften, als deren Vorsitzender ich die betreffenden Arbeiten 
s. Z. geleitet habe, haben wiederholt die Errichtung solcher 
Museen angestrebt. Als es schliefslich gelungen war, ein solches 
zu Stande zu bringen, ging dasselbe nach vierjähriger Existenz, 
wegen Mangels an Mitteln, wieder ein. Die Unterstützung der 
Regierung, des Handels- wie Kultusministeriums, wurde ver 
geblich angestrebt. Vielleicht und hoffentlich gelingt es jetzt, 
nunmehr die zuständigen Behörden der deutschen Reichshaupt 
stadt zu einem Schritte zu bewegen, welcher mannigfache Fort 
schritte auf dem Gebiete des Unterichtswesens im Gefolge führen 
würde. Ein geeignetes Lokal und die Gewähr einiger Tausend 
Mark alljährlich, würden vorläufig genügen. Auch bin ich über 
zeugt, dafs zahlreiche Industrielle das Unternehmen mit jähr 
lichen Beiträgen und Sammlungen von Rohstoffen, Modellen usw. 
unterstützen würden. 
So gern ich bereit bin anzuerkennen, was in einigen 
deutschen Städten, u. A. in Stuttgart, Frankfurt a. M. und Bremen 
geleistet ist, so mufs ich doch andererseits hinzufügen, dafs die 
dortigen Sammlungen nur in durchaus ungenügender Weise 
den Anforderungen Rechnung zu tragen vermögen, welche, 
bezüglich Reichhaltigkeit, methodischer Ordnung und Ausstat 
tung u. dergl. mehr, nothwendigerweise gestellt werden müssen, 
wenn diese Museen einen wirklich bildenden und praktischen 
Werth haben sollen. So schätzenswerth auch z. B. das „Bremer 
Tabakmuseum“ als Anfang sein mag, so zeigt es doch zu viele 
Lücken, um auch nur annähernd eine richtige Vorstellung des 
Tabakhandels und seiner Bedeutung für den Welthandel sowie 
für die Tabakindustrie geben zu können. Es steht diesbe 
züglich sehr weit hinter dem Tabak-Museum der Firma Loeser & 
Wolff zurück. 
Ich glaube mich nicht zu täuschen, wenn ich annehme, dafs 
die Idee der Begründung eines Handelsmuseums in Berlin eine 
Ihnen sympathische ist. Es dürfte der Firma Loeser & Wolff 
jedenfalls zur hohen Ehre gereichen, in dieser Richtung anregend 
und fördernd gewirkt zu haben. 
Hochachtungsvoll und sehr ergebenst 
Dr. Jannasch, 
Vorsitzender des „CentralVereins für Handelsgeographie etc.“ 
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