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da ferner Herr Luders behauptet, daß eine Vermehrung des Absatzes
nach Oesterreich ausgeschlossen sei (wie S. 15 angeführt ist), so ist
auch in dieser Richtung ein Motiv nicht zu finden. Bleibt also
nur die Münchener Absprache.
Weshalb soll die deutsch-österreichische Ausstellung auf das
Kunstgewerbe beschränkt werden? Da unbestreitbar Erfolg und
Anerkennung weit mehr zu neuen Anstrengungen und Versuchen
anspornen, als begründeter Tadel zu Besserungen anregt, so bin
ich der Ansicht, daß wir uns nicht blos aus dem Felde mit einem
starken Rivalen messen sollten, das von unserer Nation erst seit
verhältnißmäßig sehr kurzer Zeit wieder mit zunehmendem Erfolge
kultivirt wird, sondern daß wir den Wettstreit aufnehmen sollten
mit allen unseren Kerntruppen, die schon früher erfolgreich gestritten
haben.
Zu diesen gehören die Montan- unb Metall-Industrie, das
Maschinenfach, das Schulwesen, die Chemie, wissenschaftliche Instrumente
u. A.
Was will schließlich der Satz sagen: bei einer deutsch-österreichischen
Ansstellung würde das Publikum nicht durch die Masse
einer blendenden ausländischen Fabrikation verwirrt werden? Wird
die ausländische Fabrikation blendend im Sinne von „strahlend",
„durch Schönheit überraschend" genannt, dann möchten wir sie
doch gern in Berlin sehen, die „Verwirrung" wird uns keinen
dauernden Schaden zufügen. Sollte aber der Verfasser auf das
alte Märchen von dem blendenden Tand der Franzosen zurückkommen
wollen, so muß ich ihm entgegnen, wie kein Sachkenner
heute mehr bestreitet, daß die französische Fabrikation mit Gefälligkeit
der Formen eine Gediegenheit und Reellitüt verbindet,
welche von keiner anderen Nation übertroffen wird.
Au Deutschland ist die Reihe, die Völker zu empfangen;
wir sind dies auch dem Interesse unseres überseeischen Handels
schuldig. Berlin, die jüngste der Reichshauptstädte, muß internationalen
Cerele halten. Der Eiuheitsgedauke wird dadurch in Deutschland
neue Stärkung empfangen. Berlin wird alte Vorurtheile,
die gegen das ehemalige wendische Fischerdorf bestehen, zerstreuen,
es wird selbst die Reste seiner kleinbürgerlichen Vergangenheit abschütteln
und sich als Weltstadt fühlen lernen.