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Pariser Ausstellung doch wesentliche Fortschritte auszuweisen hat
und trotzdem zu keiner besonderen Geltung gelangen kann, so ist
dies ein lehrreiches Beispiel dafür, welchen gewaltigen Vortheil
das ausstellende Land bei der Geltendmachung seiner Produkte
besitzt."
Die Befürchtung des Herrn Luders, daß anläßlich der Weltausstellung
in Berlin wie in Wien eine sinnlose Spekulation in
der Einrichtung von Hotels, von Restaurants und Miethwohnungen
Unsummen verschlingen werde, hat nicht mehr Gewicht als seine
Sorge, daß unsere Provinzialen zu viel Geld für eine Reise nach
Berlin ausgeben und sich hier unnütze Dinge kaufen würden. Wer
über eine Weltausstellung in Berlin schreibt, muß nicht mit dem
Maße von Khritz messen.
Daß kurz vor und während der Ausstellung eine Steigerung
der Preise, namentlich des Arbeitslohns eintreten wird, ist möglich,
aber das schließliche Resultat wird jedenfalls eine bedeutende Zunahme
des allgemeinen Wohlstandes sein. Die Erwartung, daß
die Preissteigerung lange nach der Ausstellung andauern werde,
kann nur zutreffen, wenn die Hebung des Verkehrs eine andauernde
ist. Cessante causa cessat effectus. Daß dieses Gesetz hinsichtlich
der Preis- und Lohnsteigerungen sehr rasch durchschlägt, haben wir
in Berlin nach dem Rückschläge in den wirthschaftlicheu Verhältnissen
vor sieben Jahren erlebt.
Eine deutsch-österreichische Kunstgewerbe-Ausstellung ist ein
halbes Werk, das Niemanden erfreuen, den Gewerben viel weniger
Nutzen bringen, aber fast dieselben Kosten verursachen würde, wie
eine Weltausstellung. Herr Lüders führt zu Gunsten dieser Idee
an, daß er mit anderen Herren in München es so verabredet habe.
Seine Bemerkung, daß man, um neben den Oesterreichern zu bestehen,
sich nicht auf Prunkstücke zu verlegen brauche, ist sehr unvorsichtig,
denn die Oestcrreicher haben große Fortschritte gemacht,
und wir würden, ihre Konkurrenz leicht nehmend, wieder einmal
auf eiue gründliche Schlappe lossteuern.
Was bezweckt dieser Vorschlag einer deutsch-österreichischen
Ausstellung? Da unseren Gewerbtreibenden gesagt wird, daß sie
neben den Oesterreichern bestehen können, ohne es sich viel kosten
zu lassen, so sollen sie nicht erwarten, von denselben viel zu lernen;