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stellung im Jahre 1885 gut würden bestehen können. Ganz klar
ist sein Urtheil nicht, denn er giebt es einestheils sehr kurz, ohne
sachliche Motivirung, ohne auch nur mit einem Worte der Berliner
Gewerbeausstellung 1879 zu erwähnen, ab, anderentheils ist die
Fassung so geziert, daß sie fast einen ironischen Beigeschmack gewinnt.
„Gewiß", sagt er, „werden unsere Kunstgewerbtreibenden
auf der Ausstellung eine gute Figur machen; sie werden das Lob
aller berufenen und unberufenen Kritiker ernten, und was mehr ist,
es besser verdienen, als früher manchen unüberlegten Tadel". —
Eine gute Figur machen! Das Lob der unberufenen Kritiker ernten
und es verdienen! Wer das Lob der unberufenen Kritiker verdient,
der verdient den Tadel der berufenen. Ich meine, bei der Erörterung
der Frage, ob eine Weltausstellung in Berlin zu veranstalten,
ist die Konkurrenzfähigkeit unserer Gewerbtreibenden ein zu
wichtiger Gegenstand, als daß sie mit ein paar saloppen Wendungen
in vier Zeilen abgethan sein dürfte, zumal sie vvu Anderen
bestritten wird. Diese halten eine längere Ausbildung zur Erlangung
der Reife für nöthig. Länger als von 1873 bis 1885? Sollte
das Lernvermögen der Deutschen so weit hinter dem anderer
Völker zurückstehen? Oder ist unser Unterrichtswesen nur als Ausstellungsgegenstand
zu loben, nicht als Faktor? — Andere (z. B.
Fr- Pecht) sagen, unsere Gewerbtreibenden müßten jetzt lange
Ruhe haben, um den nationalen Styl auszubilden; ihnen rathe
ich, nicht blos die Produzenten, sondern auch die Consumenten
zu isoliren; beides geht schwer an. Das jetzt so rege nationale
Bewußtsein der Deutschen hat die ererbten Muster, soweit sie mit
unserer heutigen Lebensart, Bildung und Anschauung vereinbar,
mit Liebe ergriffen und wird sie zäh festhalten. Was aber die
Konkurrenz auf einer Weltausstellung nicht überdauern kann, das
ist auch nicht zu retten, wenn es ihr fern bleibt.
Das Land, in dem die Ausstellung stattfindet, ist als Aussteller
in günstiger Lage. Julius Lessing macht in seinem Berichte
über die Pariser Ausstellung 1878 darauf aufmerksam, wie Oesterreich
dort durch ungünstige Placirung beeinträchtigt worden. Er
sagt u. A.: „Wenn man denkt, welchen überwältigenden Eindruck
von Glanz und Pracht die Oesterreichische Glasindustrie auf der
Wiener Weltausstellung machte, und festhält, daß dieselbe auf der