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Geographie

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

Jams 
19,000 Thalern aus dem Jahre 1823 erhalten wird. Es lag zuerst in der 
Gipsstraße Nr. 3, siedelte im Jahre 1845 nach der Kaiserstraße Nr. 29 über 
und befindet sich jeht im Anschluß an eine herrliche Krankenanstalt in der 
großen Hamburgerstraße. 
2. Krankenhäuser. 
Häuser zur unentgeldlichen Aufnahme von Kranken giebt es in Berlin 
nur wenige. Die Stadt sorgt für solche Kranke, welche Arzt und Heil- 
mittel nicht bezahlen können, durch besoldete Armenärzte und freie Gewäh- 
rung der Medicamente. Bemittelte Kranke, die einer besonders aufmerksamen 
Vehandlung und Pflege bedürfen, welche ihnen im eigenen Hause nicht zu 
Theil werden kann, finden im Klinikum ver hiesigen Universität, Ziegel- 
straße Nr. 5 und 6, Aufnahme, wo auch eine Anzahl Freistellen vor- 
handen ist. 
1) Das allgemeinste Krankenhaus für Berlin ist vie Charits in der 
Nähe do3 Neuen Thores. König Friedrich 1. stiftete hier im Jahre 1710, 
als eine Post in Berlin wüthete, ein Haus für diejenigen, welche an vder- 
selben erkrankten. Nach dem Aufhören der Seuche blieb es ein Lazareth. 
Friedrich 2ilholm 1, erweiterte dasselbe im Jahre 1726 und befahl, daß 
diese Krankenheilanstalt zugleich zur Uebung für angehende Aerzte und Wund- 
Aerzte dienen sollte. Diese Bestimmung hat dieselbe no< und wirkt seit 
lang vr Feit in der großartigsten Ausdehnung. Der zweite Stifter hatte ihr 
ein Kapital von 100,009 Thlr., nebst einer besondern Einnahmequelle aus 
dem Druck von Kundschaften und Lehrbriefen sür Handwerksgesellen zuge- 
wiesen, der Graf Wartensleben ihr zu gleicher Zeit Ackerstücke in der 
Nähe “23 Hauses geschenkt. Der Freiherr von Groppendorf vermachte 
80,007 Thlr. , der Graf Arnim 12,000 Ihlr., ver Banquier Negelin 
zwei Häuser in Charlottenburg. Gleich nach seinem Negierungsantritt schenkte 
Se. Majestät ver Hochselige König dem Hause die Güter der Gräfin Lich- 
tenau. Im Jahre 1784 wurde das aroße Hauptgebäude der Anstalt auf- 
geführt und b18 in die neueste Zeit ist dieselbe fortwährend dur< Neubauten 
verorößert worden, so daß gegenwärtig mehr als 1200 Kranke zugleich dort 
verpflegt werden können. Die Menge von jungen Aerzten, welche hier zur 
Ablegung ihrer Staatsprüfung den klinischen Kursus machen, sichert sämmt= 
lichen Leidenden die aufmerksamste Behandlung, die zugleich in den leßten 
Jahren durch zum Theil freiwillige Pflegerinnen eine überaus liebevolle und 
freundliche ist. 
Es finden Kranke der verschiedensten Art hier Aufnahme, sowohl solche, 
vie an rasch verlaufenden, als die an langwierigen Krankheiten leiden, die 
mit innerlich wirkenden Mitteln over durch <irurgische Kunst geheilt werden 
müssen; auch für Gemüthskranke, sowie für solche, die an anste>enden Krank- 
heiten leiden, sind besondere Abtheilungen des Hauses bestimmt. Außer
	        
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