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Geographie

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August (Public Domain)

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der Zeit diesen Anstalten geschenkt worden sind. Wer darin aufgenommen 
werden. will, hat ein Einkaufsgeld zu zahlen und sein etwaiges kleines Ver- 
mögen der Anstalt zu vermachen. 
Das Hospital zu St. Gertraudt. ist im Jahre 1405 für zwölf adlige 
Fräulein gestiftet, später aber für altersshwache Männer und Frauen be- 
stimmt und durch Kurfürst Joachim Il. 1547 mit dem Begginen-Convente, 
dessen Haus in der Brüderstraße lag, vereinigt worden. Zur Zeit des dreißig- 
jährigen Krieg28 wurde das Haus zu St. Gertraudt eingeäschert, und eine 
fromme Wittiwe, Tamens Freitag, ließ es wieder herstellen. -. Im Jahre 1744 
mußte es jedoch nebst der Kirc<e ganz neu erbaut werden und hat endlich im 
Jahre 1839 wiederum einen Neubau erfahren, dessen Kosten aus vem Ver- 
mächtniß eines Kaufmanns Hanson geflossen sind. Es gewährt 35 alten 
Männern und Frauen eine Zuflucht für ihre lezten Jahre und aus seinem 
Kapitalvermö2*n von 55,000 Thalern werden außerdem 16 hülfsbedürftige 
Alte mit 5 Thlr. monatlich unterstüßt. 
Das acobs-Hospital, jezt- Oranienstraße Nr. 5, ist vor dem 
Jahre 1697 gestiftet, aehört zur Petri-Kirche und beherbergt 24 alte Frauen. 
Das “ »rusalems-HoSsvital verdankt sein Entstehen im Jahre 1671 
der Wohlthäti“*zit des kurfürstlichen Rathes von Martit, der es für acht 
arme Frauen bestimmte. Das Haus, Ierusalemerstraße Nr. 57, faßt indeß 
nach mehrfachen Erweiterungen jetzt 16 Hospitalitinnen, zu deren Erhaltung 
ein Kapital von 28,500 Thalern vorhanden ist. 
Das Dorotheen-Hospital führt seinen Namen von der zweiten 
Gemahlin des großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, der dasselbe im Jahre 1672 
für kranke und hülfsbedürftige Fremde gründete und der Aufsicht eines Dom- 
predigers anvertraute. Es ging später an die Armenverwaltung über unt 
nimmt jetzt 24- Hospitalitinnen auf. 
Unter demselben Kurfürsten entstand, als die französischen Flüchtlinge 
nach Aufhebung d28 Edicts von Nantes und früher bei uns eingewandert 
waren, ein “yspital für dieselben, das im Jahre 1689 eröffnet und von 
ver Kurfürstin Dorothea in besonderen Schutz genommen wurde. Es war 
für 39 Alter“ hwache bestimmt, enthält deren aber jezt beinahe 100, wovon 
ein Theil "ensionaire sind. Die Anstalt befindet sich in den Hintergebäuden 
des Hauses Friedrichstraße Nr. 129 und gewährt den Pfleglingen außer 
freier Wohnung auch alles sonst zum“ Leben Nöt! "ae, 
Das Dom-Hospital befindet sich in der Georgenstraße Nr. 22, 
wo der Grundstein zum Hause im Jahre 1753 gelegt wurde. Die Mittel 
zum Bau und zur Vflege der Hospitaliten gab König Friedrich der Große 
und die Domgemeinde her, in welcher Collecten deshalb veranstaltet wurden. 
Die Anstalt ist seitdem mit Vermächtnissen bedacht. worden und besitt ein 
Vermögen von 85,000 Thlr., aus dessen Zinsen 40 alte Frauen und 2 alte 
Männer mit freier Wohnung, Holz und Licht und monatlich 2 bis 3 Thlr. 
versorgt werden.
	        
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