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Die Umgegend

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August (Public Domain)

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unv “"schäftigungen ersonnen, das in sogenannten Kindergärten in Anwen- 
durv3 “ommen follte; auch unterrichtete er Lehrerinnen für diese Anstalten. 
Pieles von seinen Erfindungen ist vortrefflich und erfüllt vollkommen seinen 
Zweck, allein der alte Mann verband mit seinen Unterweisungen allerlei 
religio/2? Träumereien, weshalb seine Kindergärten von der höchsten preußi- 
schen Behörde nicht gebilligt wurden. Ein solcher, der bereits in Berlin er- 
richtet war, ist wieder eingegangen. 
Wobhlthätigkeits: Anstalten. 
Der Wobhlthätigkeitssinn der Berliner ist oft gerühmt worden und in 
ver That a-schieht unter uns viel, doch immer no< nicht genug für die 
Armut, die mit der Bevölkerung überhaupt in schnellem Wachsthum zuge 
nommen ß t. Unter den Armen sind aber Manche, die der Hülfe nicht 
wür! * 78, weil sie ihre Dürftigkeit dvur< Müßiggang verschuldet haben. 
Hierauf w*,d eine verständige Verwaltung Rücksicht nehmen und nur dem 
unverschuldeten Elend wirksam abzuhelfen suchen. Das kann freilich vurch 
bloßes Almosen nicht geschehen , sondern es müssen dazu öffentliche Veran- 
staltungen vorhanden sein. Wenn solche sich viele in Berlin finden, so ver» 
dient die Stadt allerdings dafür Lob, welches jedoch zum Theil die einzelnen 
Stifter und *Doblthäter, besonders aber auch unsere Königsfamilie trifft. 
Als wahrhaft Fülfsbedürftige sind unversorgte Altersschwache, Kranke, Waisen 
und solche zu betrachten , die den vollen Gebrauch ihrer Sinne nicht haben 
und werden wir danach von Hospitälern, Kranken- und Waisenhäusern, so 
wie von der Blinden- und Taubstummenanstalt hier zu reden haben. 
1. Hogpitäler. 
Das älteste Hospital von Berlin ist vas zu St. Georgen in der 
neuen Königstraße. (Es heißt in der Urkunde, wo seiner zuerst erwähnt 
wird, das Haus der Ausfätigen und ist in der Zeit gestiftet, wo die ersten 
Krew'fihror unsrer Gegend aus dem heiligen Lande zurückfehrten und die 
schrelie », ansteende Krankheit des Aussatzes mitbrachten, rührt danach ohne 
Zweifel schon aus dem 12. Jahrhundert her. Die Bestimmung als Hospital 
hat 23 mit dem zum “eiligen Geist in der Spandauerstraße zugleich 
erhalten. Dieses ist im Anfange des 13. Jahrhunderts gegründet und war 
zuerst auch ein Krankenhaus. Das jetzige Gebäude des Georgen-Hospitals 
ist im Zahre 1720 erbaut, das Haus neben der Heiligen Geistfirc<he in der 
Spandauerstraße ert 1828; bis dahin stand dort ein großes altes Gebäude, 
dessen weitgespanntes Flurgewölbe auf einer mächtigen Mittelsäule ruhte. 
In beiden Häusern wohnen alte Frauen und Männer, die aus den Zinsen 
von Kapitalien und liegenden Gründen erhalten werden, welc<e im Laufe
	        
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