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Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August (Public Domain)

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den Communalschulen Nachmittags für Lehrburschen, die vor ihrer Einseg- 
nung sich die, für das bürgerliche Leben nöthigen Kenntnisse noch nicht er- 
worben haben, in den Realschulen Vormittags für solche junge Leute des 
Handwerkerstandes, vie sich weiter bilden wollen, als die Elementar- oder 
Mittelschulen sie überhaupt mit ihren T-hrkräften bringen konnten. Diese 
lezteren Anstalten heißen Fortbildungsschulen. Eine eigenthümliche Art von 
Armenschulen sind die Erwerbsschulen, deren es schon seit 1793 giebt. - Sie 
sind namenilich für Mädchen zwemäßig, die in ihnen neben den nöthigsten 
Wissenschaften besonders Handarbeiten erlernen und dadurch für die Erhal- 
tung der Anstalten, sowie für sich selbst zugleich etwas verdienen. Solcher 
Schulen giebt es 9 und stehen dieselben unter vem besondern Schuke Ihrer 
Majestät der Königin. 
Nicht sowohl wegen des Zweckes als wegen ihrer Einrichtungen, welche 
venen der Schulen ähnlich sind, gehören hierher noch die Klein Kinder- 
Bewahranstalten over Warteschulen. Niele Aeltern des Mittelstandes, 
besonders aber der Arbeiterklassen, haben das Bedürfniß, ihre Kinder schon 
vor dem sechsten Jahre außer vem Hause. zur Aufsicht und Beschäftigung 
unterbringen zu können. Um nun besonders den Dürftigen in dieser Be- 
ziehung zu Hülfe zu kommen, welche um ver Arbeit. willen ihre Kleinen 
allein lassen müssen, wodurch diese allen Gefahren der Einsamkeit oder der 
Straße äusgeseßt werden, hat man etwa seit Anfang dieses Jahrhunderts 
in Dänemark, England, Frankreich, ver Schweiz und Deutschland Anstalten 
errichtet, wo solche Kinder ven Tag über untergebracht werden und nennt 
sie Klein-Kinder-Bewahranstalten , Warteschulen , Svielschulen u. s. w. In 
Verlin ist vie erste ver Art im Jahre 1830 eröffnet worden und die Anzahl 
seitdem auf “I gestiegen. Siebzehn davon aehören einem Vereine an, der 
unter vem besonderen Schutze Ihrer Majestät der Königin steht; "ie übrigen 
werden gleichfalls von wohlthätigen Vereinen erhalten. Man findet in ven- 
selben meist über 100 Kinder beiderlei Geschlechts unter vem sechsten Jahre 
vereinigt. Ein Saal mit einem Spielplaße ist für sie gemiethet, ein Che- 
paar angestellt, das für ihre Bedürfnisse zu sorgen hat. D-r Mann muß 
einige “"hrgabe besizen, um die Kinder gemeinsam durch Spiel “ver Unter- 
richt, wie 3% vort ertheilt werden kann, zu beschäftigen. Fr erzählt biblische 
und andere ("oschichten, läßt Lieder auswendig lernen, zählen oder auf Schiefer- 
tafeln, f> weit sie vorhanden sind, malen, zeigt Bilder und spricht mit den 
älteren Kindern darüber, während die ganz kleinen mit Klößen und der- 
gleichen spielen. Im Freien natürlich ergehen sie sich blos over nehmen 
Bewegungsspiele vor. Die Anstalten werden von ven Vereinsmitgliedern, 
namentlich von Damen besucht und sorgen diese auch vorzüglich für die 
Wethnachtsbescheerung , durch welche die Kleinen an jedem Christfest er- 
freut werden. 
Für solche Kinder “unter sec<s Jahren, deren Eltern Schulgelb zahlen 
können , hatte der verstorbene Professor Fröbel ein System von Spielen
	        
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