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Geographie

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

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b. Für die Monarchie. 
Ein Jahr früher als die Akademie der Wissenschaften ist die ver Künste 
zu Berlin von demselben Monarchen gestiftet. Sie galt früher nur ven 
beiden bildenden Künsten, der Malerei und der Bildhauerei. In neuerer 
Zeit ist eine musikalische Section hinzugefügt worden. Diese Akademie ist 
zugleich Unterrichts-Anstalt, indem von den Professoren derselben Zeichen-, 
Mal- und Modellirklassen geleitet werden. Dadurch ist das Institut eine 
Wohlthat für unsere Stadt, indem auch viele junge Handwerker und andere 
Schüler hier unentgeltlichen Unterricht erhalten. Jährlich, am Geburtstage 
des Königs, werden Preise für die besten Leistungen vertheilt. Director 
dieser Akademie war zu Friedrich des Großen Zeiten der berühmte Kupfer- 
stecher Chodowie>i, nach ihm der Bildhauer Schadow, dessen Kunst- 
werkstatt in der nach ihm genannten Straße lag, wo wir noch sein Relief- 
bild am Hause finden. 
Die könialiche Bauakademie. Schon seit vem Jahre 1715 wurden 
allhier Vorträge über einzelne Gegenstände ver Baukunst zehalten; im 
Jahre 1798 entstand die Bauschule als ein besonderer“ Zweig "er Akademie 
der Künste und seit 1824 besteht dieselbe" als ein selbständiges Institut. Die 
Zeichensäle befanden sich früher in vem Hause ver Zimmerstraße Nr. 25, 
bis ver Baumeister Schinkel das prächtige Bauschul - Gebäude an der 
Schleusenbrücke erbaute. Er war auch als Ober-Landes-Baudirector ver 
Vorsteher der Anstalt, die jezt unter unmittelbarer Leitung des Ministerii 
für Handel und Gewerbe stebt. Einen besondern Einfluß hat auf dieselbe 
die Thätigkeit des Geheimen Ober-Bauraths Stüler, Architekten Sr. Maj. 
des Königs. Die Einrichtung des Instituts ist, was die Studien betrifft. 
die einer Universität. Es wird Land - und Prachtbau, Wege-, Cisenbahn- 
und Wasserbau gelehrt. 
Das königliche Gewerbe-Institut in der Klosterstraße Nr. 36 
ift eine der großartigsten Anstalten zur Hebung ves höheren Gewerbefleißes, 
welche die neuere Zeit hervorgebracht hat. Sie ist von dem, um diesen 
Culturzweig in unserem Vaterlande hochverdienten, Geheimen Rath Beuth 
im Jahre 1820 aegründet und hat bald darauf eine bedeutende Erweiterung 
durch das reiche Legat eines Herrn von Seidlit erhalten: Durch theore- 
tischen und praktischen Unterricht, welchen die ausgezeichnetsten Professoren 
und Meister in den vahin gehörigen Fächern ertheilen, so wie durch reiche 
und zweckmäßig geordnete Sammlungen und Apparate, trefflich eingerichtete 
Laboratorien und Werkstätten, bietet sie strebsamen Mechanikern, Chemikern 
unv Bauhandwerkern die besten Mittel zu 'umfangreichster Ausbilbung ihre? 
Kenntnisse und Fertigkeiten dar. Wenn sie dazu in das Institut aufgenom? 
men werden wollen, müssen sie auf einem Gymnasium, einer Reäl- over 
Gewerbeschule sich vas Zeugniß der Neife erworben haben, und hernach noch 
mindestens ein Jahr in ihrem Fache praktisch thätig gewesen sein. Director
	        
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