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Geographie

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August (Public Domain)

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Garten mit masstver" Mauer umgeben, enthält eine Kirche, und zwei Neben- 
häuser" dienen no< dem Geistlichen und einem Arzte zur Wohnung. Dieses 
Normal-Krankenhaus, in welchem eine Anzahl Jungfrauen unter vem Namen 
Diakonissinnen ke Dienste ver Krankenwärterinnen freiwillig versieht, haben 
König Friedrich Wilhelm IV. und feine Gemahlin Königin Elisabeth bald 
nach ihrem Regierungsantritt im Bau zu fördern sich angelegen sein lassen, 
so wie auch die inneren Einrichtungen durch Allerhöchst Dieselben angeordnet 
sind, und wird das Haus als"ein Denkmal königlicher Milde und Barmherzig- 
keit hoffentlich lange Jahre zum Segen unsrer Stadt stehen und seinen gott- 
gefälligen Zwe erfüllen. 
In der Stralauer Vorstadt haben wir auch nur die Prachtgebäude 
zweier milden Stiftungen zu merken, bas 1238 und 1239 erbaute Nicolaus- 
Büra-*-Iospital in der großen Frankfurterstraße Nr. 13-- 17, dessen 
Urspruna son erwähnt ist, und hinter diesem das Friedrich- Wilhelms- 
Hosy'ito ine aroßartige Stiftung ver Neuzeit, insbesondere für alte 
hülfloe T fep* "oy "stimmt. 
Tie T3n * "adt entspricht ihrem Namen nicht gerade durch Gebäude 
von kön!“ lichem 'nsehen. In den Jahren 1273 und 1824 wurde zwar 'an 
ver Westseite >28 Alexanderplatzes (gegen die Königsbrücke hin) das König- 
städtische “heat erbaut, das wenigstens nach der Straße zu ein stattliches 
Eingangsgebäud- hatte, doch ist dieses, wie vas Theater selbst, in ven Privat- 
und Gewerb*"-hrauch übergegangen, da seit dem 'Jahre 1848 vort nicht 
mehr Comödie g-syielt werben darf. 
Iny der Cübdseite des gedachten Platzes steht aber ein Gebäude von 
großem Umfan*, das den arbeitsscheuen Armen von Berlin wohlbekannte 
Arbeitshaus. 's wurde in den Jahren 1756-1758 auf König Friedrich 
bes Großen *:7 "1 erbaut, um die Bettler aufzumehmen, welche ven Müßig- 
gang dem ehrlichen Erwerbe vorzogen, over auch ohne Schuld beschäftigungs- 
lo8 waren. Dort gab man ihnen Arbeit und Brod, suchte sie auch durch 
vie erstere an ein ordentliches Leben zu gewöhnen , um sie hernach der sitt- 
lichen Selbsthülfe überlassen 2u können. Diesem Zwecke dient das Haus 
no<; do< werden auch solche Züchtlinge darin untergebracht, welche leich- 
tere Vorbrechen durch eine Strafzeit abzubüßen haben. Man unterscheidet 
daher in der Anstalt Häuslinge und Züchtlinge; auch hatte sie noh eine dritte 
Abtheilung, mm welcher unheilbare geistess<hwache Arme verpflegt wurden. 
Man findet im Hause große Säle und anvere Lokale für mancherlei 
Arbeiten. Die schwächeren Insassen sind mit Wollarbeiten beschäftigt, die 
fräftigeren mit Gypsstampfen u. dgl. Es giebt natürlich auch einen Speise- 
saal und Schlaffäle sowohl für Männer als Weiber. Da auch bettelnde 
Kinder nach dem Arbeitshause gebracht werden, fo“ ist für viese besonders 
gesorgt. Sie werden von einem Lehrer und einer Lehrerin unterrichtet und 
mit leichteren Arbeiten beschäftigt; die Knaben fertigen vorzüglich" kleine 
Pappschac<teln zum Gebrauche ver Apotheker an. Um vie Kinder im Hause
	        
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