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Geographie

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

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ward für ihn im Jahre 1736 erbaut. Vorn nach dem Wilhelmsplaße an der 
Hauptfront erblickte man sonst als großartige Dekoration das Johanniterkreuz 
unter dem schwarzen Adler; aber auch die Pforte, durc; welche man von der 
Mauerstraße aus zu dem Hofe und den Hintergebäuden des Palais gelangte, 
war von oben bis unten mit diesem Kreuze bedeckt. Mit dem gedachten 
Prinzen Ferdinand starb das Großmeisterthum des Ordens in unserm Lande 
aus und die großen Güter desselben fielen an den Staat. Jett hat Se. 
Majestät der König den Orden unter veränderter Form wieder hergestellt 
und ihm eine wohlthätige Bestimmung gegeben. Se. königl. Hoheit der 
Prinz Karl ist Ordensmeister. 
Gehen wir aus der Wilhelmsstraße durch die Leipzigerstraße nach dem 
Potsdamer Thore, so fällt uns unter "?r. 5 der großartige Palast des 
Kriegs-Ministeriums auf. An diesen schließt sich das Gebäude der 
königlichen Vorcellan-Manufactur. 
Nr. 3 der Leipzigerstraße ist vas Vordergebäude' ves Herrenhauses 
oder der Ersten Kammer. Dieselbe hielt früher ihre Sitzungen in einem Hause 
am Ostende dor Französischenstraße mit vem Eingange in der Oberwallstraße 
Nr. 4, welches aber im Jahre 1851 abbrannte. Die Stelle liegt jetzt wüste, 
so daß man von der Französischenstraße , vermittelst einer Laufbrücke über 
den Festungsgraben, nach der Oberwall- und Werderstraße kommen kann. 
Auf dem freien Plaße neben der Brandstätte und in den stehen gebliebenen 
Räumen wurde geturnt. 
Das palajtähnliche Gebäude an der E>e des Leipziger Plates gehört 
dem Braueigner Bier und ist vom Baumeister Stra> erbaut. 
Dicht daneben steht das Palais des Marine- Ministeriums, 
das zugleich Sr. königl. Hoheit, vem Admiral, Prinzen Adalbert, zur Wohnung 
dient. Derselbe ist der einzige Sohn des Prinzen Wilhelm von Preußen, 
jüngsten Bruders Sr. hochseligen Majestät. 
In der Wilhelmsstraße bemerken wir noch unter Nr. 102 das Palais 
Sr. königl. Hoheit ves Prinzen Albrecht von Preußen, jüngsten 
Bruders Sr. jetzt regierenden Majestät. Dasselbe ist in ven Jahren 1738 
und 1759 von einem Baron von Vernezobre erbaut, hat später mehrere 
fürstliche Besitzer gehabt, auch vom Jahre 1810 der Louisenstiftung zur Wohnung 
gedient, bs es 1832 durc< ven Baumeister Schinkel für den jetzigen hohen 
Besiker erneuert ward. Das Wohnhaus steht in ver Tiefe eines zum Garten 
umgewandelten Hofes; dieser war von der Straße sonst nur durch eine 
niedrige Mauer netrennt. Jetzt befindet sich dort eine schöne Säulenhalle, 
die zugleich für die Perspective der Kochstraße, welcher der Palast gegenüber 
liegt, einen schönen Abschluß gewährt. 
InSr Leipzigerstraße finden wir noc<, und zwar am Dönhofsplaße, 
das Gebäude für vie zweite Kammer oder das Haus der ""42ord- 
neten. Es diente früher dem Fürsten Staatskanzler von Hardenberg 
zur Wohnung.
	        
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