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Geographie

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

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mindestens von Joachim Friedrich her, ist aber im Jahre 1681 ebenfalls 
bedeutend erhöht worden. Joachim Friedrich hat auch das Gebäude, in 
welchem sich noch die Schloß-Apotheke befindet, durch den Baumeister Niuron 
ausführen lassen. Das Mittelgebäude zwischen beiven Höfen ist bereits unter 
Johann Georg durch den Grafen Lynar bis 1594 errichtet. Daran schließt 
sich über vem Verbindungsthorwege ein niedriges Haus mit hohen Fenstern 
aus späterer Zeit, in welchem sich ein Theatersaal befindet. 
Der Grundbau des Schloßtheiles von dem gedachten großen Kapellen- 
thurm aus, bis zum runden Thurm an der Langen Brücke und weiter bis 
zur Flucht der Breiten Straße, ist durch Joachim Il. ausgeführt, aber von 
dem Baumeister Schlüter zur Zeit des Kurfürsten und Königs Friedrich, 
also am Schluß des 17. und am Anfang ves 18. Jahrhunderts vollständig 
verändert und umgebaut worden. Der runde E>&thurm, in welchem ein 
Wohnzimmer Sr. Maj. des jetzt regierenden Königs sich befindet, war ur- 
sprünglich nur ein runder Erker und wurde von Schlüter unterbaut und 
neu verziert. Derselbe geniale Baumeister veränderte auch die Gestalt des 
östlichen Schloßflügels, ven Joachim Il. noch hatte erbauen lassen und hinter 
welchem sich die kleinen Schloßhöfe nebst den alten Vauten am Wasser be- 
finden. Das prächtige Portal im ersten Schloßhof gegen das Wasser hin, 
mit den sechs hohen korinthischen Säulen, auf welchen Figuren stehn, den 
großen Bogenportalen und Fenstern, und dem großartigen Treppenhause nebst 
ven zwei Treppen, so wie die Hoffronten mit Bogengängen zu beiden Seiten 
des Portals sind gleichfalls von Schlüter, der ferner die ganze Front des 
Schlosses am Lustgarten bis zu vem 5 Fuß vorspringenden Absatz von sieben 
Fenstern gegen die Schloßbrüce hin, die vier corresyondirenden Portale nach 
vem Schloßpla"e und dem Lustgarten, und endlich noch einen Theil der 
Front gegen die Stechbahn hin am Schloßplatz, alles in verhältnißmäßig 
kurzer Zeit erbaut hat. An der Ausführung anderer großartiger Entwürfe, 
nach welchen auch das Mittelgebäude weggerissen und durch einen korinthi- 
schen Säulengang ersezt werden sollte, wurde er durch die Kabale verhindert, 
welche vem Baumeister Eosander von Göthe die Ausführung ves west- 
lichen Theils ves Schlosses nach dem-Lustgarten und der Schloßfreiheit hin, 
zuwandte. Der lezte Theil ves Baues an der E>ke der Stechbahn ist unter 
Leitung d28 Baumeisters Böhm, zur Zeit König Friedrich Wilhelm 1. im 
Jahre 17.5 fertig geworden. 
Den Thurm hat bis zum Jahre 1848 König Friedrich Wilhelm IV, 
herstellen lassen. Er enthält eine prächtige Kapelle und trägt außen die 
Umschrift, Apostelgeschichte 4, 12: „Es ist in keinem andern Heil, ist auch 
kein anderer Name ven Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden, 
venn allein der Name Jesu Christi.“ Auf Befehl desselben Königs ist vie 
Terrasse gegen den Lustgarten hin ausgeführt. 
Das Schloß umfaßt zwei große Höfe und zwei kleine nach ver Wasser- 
seite hin. Der zweite große Hof enthält die Schloßwache und einen Brunnen,
	        
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