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Geographie

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

um ves lebhaften Verkehrs willen, stark benußt ward, so daß man hier fast 
in Lebensgefahr war. 
Um den Weg breiter zu machen, wollte man die angrenzenden Häuser 
abreißen, fand die Kaufpreise derselben aber zu hoch, und so ließ sich in 
neuerer Zeit die Verwaltung von Monbijou großmüthig herbei, einen Tunnel 
durch das Wohngebäude an der Seite jener Straße zu brechen, daß Fuß- 
gänger nun gefahrlos passiren können. 
Gegenüber vem nördlichen Ende der Hamburgerstraße liegt zwischen der 
August- und. Linienstraße gegenwärtig ver Koppenplatßz, mit Bäumen be- 
pflanzt. Er hat seinen Namen von den Koppen'schen Eheleuten, welche 
dort ein Armenhaus und einen Armen-Kirchhof gestiftet hatten. 
Die Friedrich-Wilhelmstadt hat an der Straße nur zwei unbedeutende 
Pläke, den Thierarznei-Schulplatz westlich von ver Friedrichstraße, ver Mün- 
dung der Johannisstraße gegenüber und den Louisenplaz am Ende der gleich- 
namigen Straße beim Neuen Thore. Jener, an welchem gegen die Straße 
einige Bäume stehen, hat seinen Namen von dem großen Institut der Thier- 
arzneischule, zu welchem in seiner E>e ein Gitterthor führt; vieser ist durch 
Bäume, Gesträuche und Rasenpläte geschmückt und hat die Form eines regel= 
mäßigen Vierecks. 
Es gehören zu diesem Stadttheile aber zwei große, weit ausgedehnte 
Gärten, ver der gedachten Thierarzneischule und der Charitsgarten. In 
legzterem sind Spaziergänge für die Neconvalescenten ver Charits. Er ist 
mit einem besonders schönen, hohen eisernen Gitter nach ver Charitestraße, 
der Karlsstraße und der Louisenstraße hin, umgeben. 
Außerdem finden wir noc< freie Plätze vor der Front des Charits- 
Gebäudes gegen die Mauer hin, sowie vor dem Thierarzneischul-Gebäude 
in der Louisenstraße und der Kaserne in der Karlsstraße. Der letztere dient 
zu Erercier-Uebungen, hat aber auch im Osten und Westen bescheidene 
Gartenanlagen. 
In der Mitte der Dorotheen-Stadt finden wir keinen öffentlichen Plaz; 
nur die Kirche ist mit einem ummauerten Kirchhofe umgeben, und an der 
Spree liegen Holzpläte, deren auch am Schiffbäuerdamm hätte Erwähnung 
geschehen können. Aber im Westen und Osten des Stadttheils und zugleich 
ver Linden, liegen der prächtige Pariser= und der Opernplatz. Jener bildet ein 
ganz regelmäßiges Rechte> und hieß daher früher auch das Viereck. Seinen 
jehigen Namen hat er seit der Einnahme von Paris im Jahre 1814 und 
1815 bekommen. Opernplaß wird der Raum zwischen dem Universitäts- 
Gebäude im Norden und der Behrenstraße im Süden genannt. Es stoßen 
an denselben südöstlich die katholische Kirche, im Osten das Opernhaus, im 
Westen die Königliche Bibliothek. Der Mittelraum zwischen viesen Ge- 
bäuden, früher ein Sandplatz, auf welchem Pferde zugeritten wurden, ist 
durch Masenstücke, Gebüsche und Blumen ein anmuthiger Garten, über welchen 
ein breiter Kiesweg von der Behrenstraße nach der nördlichen Ee des
	        
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