zwei Wirthshäuser, ver Bo> und die Zibbe genannt. Der Acker ist auf der
Höhe Lehm-, auf der Ebene Sandboden, und trägt durch fleißigen Anbau
reichlich; voch nähren sich die Einwohner Charlottenburgs meistentheils vom
Gartenbau.
Eine großartige Kunstgärtnerei hat der Reisende Ferdinand Deppe
am südwestlichen Ende von Charlottenburg angelegt und sie nach vem Besitzer
des vavorliegenden Landhauses Witzleben genannt.
Eine andere Privatbesizung von bedeutender Ausdehnung ist die Ekardsteinsche.
Das dazu gehörige Schloß mit schönem Park gehörte zu Friedrich
des Großen Zeit einem Grafen Schmettau und ging von diesem in den
Besitz ver Frau des Kammerdieners Niet, spätern Gräfin Lichtenau, über,
nach deren Sturz es die Familie EFardstein erwarb.
Auf ver gegenüberliegenden Sübseite ver Stadt hatte der Berliner
Banquier Benecke eine weitläuftige Besigzung mit schönem Garten und
mannigfaltigen Parkanlagen.
Die Charlottenburger Kirche ist ursprünglich vom König Friedrich Wilhelm
TI.-im Jahre 1716 erbaut, von Friedrich Wilhelm 111. 1826 erneuert
und verschönert. Das treffliche Altarblatt, die Auferstehung des Herrn, vom
Maler Catel in Rom gemalt, wurde vom Prinzen Heinrich von Preußen
1830 der Kirche geschenkt. Die frühere Kirche von Lüßow rührte wohl schon
aus dem 14. Jahrhundert her. König Friedrich Wilhelm IV. ließ sie im
Jahre 1849 mit Schonung des alten Fundaments neu erbauen. Sie ist
ein Filial von Charlottenburg, wo ein Oberpfarrer und ein Diakonus angestellt
sind.
Die Stadt hat eine Elementar-Knaben- und eine dergleichen Mädchen-Schule,
ferner eine Bürgerschule für Knaben und eine für Mädchen, jene
mit 6, diese mit“5>Klassen. Sie werden von Rectoren geleitet. Außerdem
besteht eine höhere Privat-Töchterschule von 3 Klassen. In einem der ersten
Häuser, rechts an der Verlinerstraße, einem sehr stattlichen Gebäude, befindet
sich ein königl. Pädagogium mit 2 Vorbereitungs- und 4 unteren Gymnastalklassen.
Die Anstalt ist privaten Ursprungs, von Kauer in Berlin 1818
errichtet und 1826 nach Charlottenburg verlegt. Seit 1840 sind der Director
und der erste Lehrer königlich angestellt.
Wir nähern uns, die Spree hinaufgehend, wieder unserm Berlin, und
finden am linken Ufer das bekannte schöne Lustschloß Bellevue mit Garten
und Park, der sich von der großen Chaussee bis an den Fluß erstreckt. Die
ersten Gartenanlagen sind hier schon unter Friedrich Wilhelm 1. gemacht;
Gebäude wurden dort unter Friedrich dem Großen aufgeführt; das noch
stehende Schloß aber ließ dessen jüngster Bruder, ver Prinz Ferdinand, für
sich erbauen. Aus dieser Zeit rühren mehrere Denkmäler im Garten Her,
so vie Büste des Prinzen Heinrich, die Monumente zum Gedächtniß ves
Hofmarschalls von Bredow und ves Dr. Baylie; die Büste der Prinzessin
Louise Ferdinand ließ jedoch ihr Sohn, der Prinz August, errichten, der nach