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Die Umgegend

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

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Berichtsbarkeit über das Dorf den Johanniterrittern im Jahre 1435 ab. 
Seitdem sind vie beiden Freihöfe daselbst, der Comthurhof und ver Hahne- 
hof, jeder 8 Hufen enthaltend, mehrfach veräußert worden und gehören jetzt 
gemeinschaftlich als Rittergut den Fürstlich-Schönburgischen Erben. Dieses 
(Gut enthält ein Areal von 1068 *orgen. Der Edelhof liegt dicht hinter 
der Kirche romantisch über einem kleinen See, der mit schönen Bäumen um- 
geben ist. Im Dorfe befinden sich ebenfalls mehrere Reihen prächtiger alter 
Lindenbäume. Es hat 14 Bauernhöfe und 3 Kossäthengüter, 58 Wohnhäuser 
und zusammen 976 Einwohner. Weil der Aufenthalt daselbst sehr gesund 
ist, haben sich mehrere Berliner hier angesiedelt. und viele andre wohnen dort 
während des Sommers zur Miethe, auch sind die Wirihshäuser an den 
Sonntagen und Mittwochs von den Städtern zahlreich besucht. Die Kirche 
ist vor wenigen Jahrem*? sorgfältig hergestellt worden und bildet ein Filial 
der Pfarre zu Brit. 
Vor dem Anhaltischen Thore ist die neue Friedrichs-Vorstadt entstanden. 
Zu beiden Seiten des Schafgrabens ziehen sich dort <aussirte Wege hin, 
die am südlichen Ufer mit Linden bepflanzt sind. - Dort liegen auch Fabrik- 
gebäude "und Wirthshäuser. 
Vom Potsdamer Thore aus führt die Poisdamer Straße nach Schöne- 
berg. Sie ist zu beiden Seiten ganz mit Häusern bebaut, die nur zum Theil 
den harak'“x von Landhäusern haben. Links von ver *otsdamer Brücke 
heivt eine bebaute Gegend das Karlsbad. Vor dem Dorfe Schöneberg liegt 
rechts *x botanische Garten von 26 Morgen 30 Q.-Nuthen &lächenraum. Er 
ist aus einem Obst- und Küchengarten, den der große Kurfürst hatte anlegen 
lassen, im Jahre 1715 entstanden, enthält jezt 18 Gewächshäuser, darunter 
ein großes prachtvolles Palmenhaus und ein niedriges Glashaus für die 
Pflege **% Zietoria Regia, einer vor wenigen Jahren bekannt gewordenen 
riejigen Wasserpflanze mitherrlichen Blüthen von der Art ver Wasserlilie. 
In sämmtlichen Gewächshäusernbefinven sich über 16,000 Arten von Pflanzen 
aus allen Ländern und Welttheilen. Der Garten ist anständigen Besuchern 
täglich geöffnet. Ihm gegenüber liegt eine Besitzung des Garienbauvereins, 
in welcher Kulturpflanzen unserer Gegend mit besonderer Aufmerksamkeit und 
zur Hebung der Landesökonomie aepflegt werden. 
Unmittelbar an die Gebiete dieser beiden für die Pflege ver Pflanzen- 
kunde so wichtigen Anstalten schließen sich , etwa 4 Mette von Berlin, die 
Dörfer Alt= und Neu-Schöneberg an, von denen das letzte ein im 
Jahre 1750 von dem König Friedrich dem Großen gegründetes Colonisten- 
dorf ist. Die Feldmarken von Alt-Schöneberg erstre>en sich bis zum linken 
Ufer des Schifffahrtskanals und sind in der neueren Zeit so stark bebaut, vaß 
sie eine an das Weichbild der Residenz grenzende Vorstadt derselben bilden. 
Die Häuserzahl des Dorfes selbst beträgt 61 mit 1267 Seelen, und die- 
jenige auf den vorerwähnten Feldmarken des Dorfes 130 mit 3790 Seelen. 
Die lezteren Häuser sind ganz im Geschmacke derer der Nesidenz selbst auf-
	        
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