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Die Umgegend

Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August

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hat, woher vermuthlic< der Name des Ortes kommt. Derselbe ist häufig 
das Piel von Landpartien der Verliner, weshalb sich mehrere Gasthöfe da- 
selbst befinden. 
Am Wege von der Stadt dahin liegt rechts noch das Dorf Heiners- 
dorf, sonst „einrichädorf, welches früher dem Heiligen Geist -Hospital 
gehörte, jet königlich. verwaltet wird. Es hat 22 Wohnhäuser und 234 
Einwohner, worunter 7 Vauern und" 28 andere Familien. 
Vor dem Neuen Königsthore kommt man etwa % Meilen von der 
Stadt auf woblorhaltenem Kunstwege nach. dem Dorfe Weißensee. Es 
gehört 91 demselben eine Vodenfläche von 2082 Morgen. »Im Orte sind 
33 Wohnhäuwr und 376 Einwohner, auf dem Edelhofe eine Brauerei nud 
Brennerei. Wie sein Name sagt, liegt das Dorf. an einem See, der nach 
Westen ein anmuthig bewaldetes Ufer hat; Kirc<e und Thurm sind sehr 
schön und wohnt der Pfarrer am Orte. 
Pas Dorf gehörte im 14. Jahrhundert ven Berliner Bürgern Neiche, 
Landäherg und Rathenow, im 16. Jahrhundert der. Familie-Blan- 
ken“ >», später dem Marschall vön Bieberstein, im Anfange dieses 
Jahrhunderts einem Herrn von Schenkendorf. Während die Franzosen 
als Feinde hier anwesend waren, plünderten sie das adlige Gut und schonten 
selbst die Todten im Kirchengewölbe nicht. Der jetzige Besitzer ist ein Herr 
Leberecht Vistorius. 
Etwa % Meile hinter Weißensee liegt das Dorf Hohen-S<ösn- 
hausen mit einem Rittergute, das seit Anfang dieses Jahrhunderts der 
Familie Sharnweber gehört. Der jetzige "Besitzer ist Landrath des Kreises 
Nieder-Varnim. Der Rittersitz ist im 15. Jahrhundert aus einem Lehn- 
schulzenaute entstanden und besaßen ihn zuerst die von Glienicke, dann 
die,von *2öbel, später noch ein andrer bürgerlicher und ein adliger Guts- 
herr. Die Kirche ist ein Filial von Weißensee. Das Dorf hat 31 Wohn- 
häufer, :3 Bauern, 70 andere Familien, zusammen 442 Einwohner. 
Mehr gegen die Stadt baben sich in 8 Wohnhäusern Kolonisten ange- 
siedelt, und bilden die Kolonie Neu ohen-Sc<hönhbausen. 
Vom Frankfurter Thore führt eine s<nurgerade Kunststraße und Pappel- 
Allee bis nahe an Friedrichsfelde. Rechts vom Thore befindet. sich eine 
kleine Baumanpflanzung, dann Hütung und Feld bis zu vem Garten eines 
Gasthauses, das Sc<hlöß<en genannt, weil es früher ein Landhaus im 
königlichen Vesipve war. Friedrich T. pflegte hier zu frühstücken “wenn er 
seinem Bruder in Friedrichsfelde einen Besuch machen wollte. 
Weiter vom Thore liegt links ein“ anderes Gasthaus, die neue Welt 
genannt, wo die Berliner gern verkehren und gutes Weißbier trinken. 
Südlich vom: Wege, etwa % Meilen von Berlin, erstret sich lang an 
ver Straße das Kämmereivorf Lichtenberg mit schöner Kirche. Seiner 
wird schon im Jahre 1288 urfündlich erwähnt. Damals gehörte es den 
Nittern von Rüthnik, fielWänmn an den Markgrafen und 1391 an die
	        
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