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Full text: Heimathskunde von Berlin und Umgegend / Merget, August (Public Domain)

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Commerzienrath Borsig, beschäftigte hier und in Moabit mehr als 2200 
Arbeiter und wurde bei seinem großartigen Begräbniß von vem Geistlichen, 
ver ihm die Grabrede hielt, nicht mit Unrecht ein König der Arbeiter ge- 
nannt. Er hatte klein angefangen und zwei Jahre vor seinem Tode schon 
die fünfhundertste Lokomotive in seiner Fabrik hergestellt, bei welcher Gelegen- 
heit er mit seinen sämmtlichen Beamten und Arbeitern eine eigenthümliche 
und bedeutsame Festlichkeit im Kroll'schen Etablissement beging. In der 
neuesten Zeit hat die Borsig'sche Fabrik acht große Dampfmaschinen für die 
Verliner Wasserleitung vor dem Stralauer Thor aufgestellt. Aus ihren 
Eisengußwerken in Verlin gingen im Jahre 1855 hervor 47,260 Ctr. Guß- 
eisen und 114,790 Ctr. Stab- und Vlecheisen, aus den Anstalten in Moabit 
30,300 Etr. Gußeisen, 78,300 Ctr. Blech = und 96,090 Ctr.> Stabeisen. 
Diese Producte stellen zusammen einen Werth von 2,800,000 Thalern dar 
Die Wöhlert'sch? Fabrik verwendete im Jahre 1855 29,000 Ctr 
Schmiedeeisen, 58,029 Etr. Gußeisen, 800 Ctr. Stahl, 9000 Ctr. Bleche 
450 Cir. Kupfer, 200 Ctr. Messing. 
Egells lieferte nach dem Nhein einen großen Theil der vort für den 
Bergwerks- und Hüttenbetrieb verwendeten Maschinen von höchst sinnreicher 
Construction. 
In der Fabrik von Heckmann werden Kupferdrähte für vie electro- 
magnetischen Telegraphen in außerordentlicher Länge gefertigt. Telegraphen 
selbst fabriciren Siemens und Halske. 
Noc<4 manche berühmte Namen im Fache des kleinern Maschinenbäues 
und der Werkzeugverfertigung wären“ hier zu nennen, wenn der Raum es 
gestattete, doch muß gesagt werden, daß die Königl. Eisengießerei bei Berlin 
ihren alten Ruhm im Eisenguß von Kunstwerken größerer und kleinerer 
Art bewährt. 
GloF>engießer giebt es in unserer Stadt 7, unter denen Bach mann 
und Ha>enschmidt wohl die meisten und schönsten Glo>en gegossen haben. 
Gelb- und Ltothgießer führt ver neueste Berliner Wohnungsanzeiger 59 an, 
wozu ebenso viele Zinngießer kommen. 
Ausgezeichnet sind die Berliner Arbeiten im Zinkguß. Die Anwen- 
dung. des Zinks beschränkte sich bis zum Jahre 1832. auf das Walzen von 
Blechen, ven Guß roher Gewichte und auf die Legirung mit Kupfer zur Er- 
zeugung von Messing. Erst durch den Berliner Bürger M. Geiß ist der 
Bildhauerkunst in dem Zink ein neues wichtiges und mannigfachster Ver- 
wendung fähiges Material zugeführt worden. Zahlreiche Statuen, sowie die 
gelungensten Ornamente, welche Gärten, Kirchen und öffentliche Gebäude in 
der Residenz und an andern Orten schmücken, Gesimse, Candelaber, Capitäle, 
Reliefs, Bebachungen von Kirchen, Kasernen und Börsen mit Zinkziegeln 
sind seitdem aus hiesigen Werkstätten hervorgegangen, so daß u. A. die 
Geiß'sche Fabrik, während ihrer 24jährigen Wirksamkeit über 20,000 Ctr. 
schlesischen Nohzink in ärchitektonische Formen und Statuen verwandelt hat.
	        
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